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Morgenstern rettet Österreich den Sieg

Erstellt am: 27.11.2009 20:32 / os
1
Österreich
1113.6
2
Deutschland
1099.2
3
Finnland
1058.0

Das Auftaktspringen der Saison 2009/10 ist an die dominierende Nation der vergangenen Saison gegangen: An Österreich. In der Besetzung Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern siegten die erfolgverwöhnten ÖSV-Adler (1.113,6 Punkte) trotz eines Patzers von Schlierenzauer im Finale knapp vor den Deutschen (1.099,2). Überflieger Schlierenzauer landete in seinem zweiten Sprung schon nach 112 Metern. Sein eigener Schanzenrekord liegt bei 147 Metern. 

 

Die deutschen Skispringer setzten mit Rang zwei gleich zu Beginn der Olympiasaison ein Riesen-Ausrufezeichen. Die DSV-Armada Michael Uhrmann, Michael Neumayer, Pascal Bodmer, Martin Schmitt präsentierte sich als sehr ausgeglichen. Es wäre sogar der Sieg möglich gewesen, doch Schmitt, der als letzter Springer die Führung behaupten musste, zeigte keinen Top-Sprung und wurde von Morgenstern noch abgefangen. "Ich habe gewusst, dass ich mich sehr gut herholen kann wenn ein bisschen Druck da ist. Es war am Schluss eine lässige Challenge", so Morgenstern. "Ich wollte vielleicht ein bisschen viel. Schade, dass es zum Sieg nicht gereicht hat, aber ich bin naürlich zufrieden, dass wir eine so gute Performance hatten", meinte Schmitt.

 

"Ich bin natürlich sehr zufrieden, wir wollten hier den arrivierten Nationen zeigen, dass es uns auch noch gibt. Das ist uns gelungen. Andererseits: Wenn man die Chance zu siegen hat, muss man sie auch packen. Allzuviele solche Chancen kriegen wir nicht", sagte der deutsche Trainer Werner Schuster. Es wäre der erste deutsche Sieg seit Januar 2005 gewesen. So aber gewannen die Österreicher zum ersten Mal in Kuusamo und feierten den 16. Teamsieg insgesamt. Damit sind sie nun alleinige Rekordhalter, Finnland steht bei 15 Triumphen.

 

Head to head: Martin Schmitt gegen Thomas Morgenstern »

 

 

Bodmer springt mitten in die Weltspitze

Vor allem der erst 18-jährige Bodmer zeigte sich für Deutschland als echte Verstärkung und sprang unbekümmert mitten in die Weltspitze. "Das macht Riesenspaß. Ich wünsche natürlich niemandem einen schlechten Sprung, aber so hat sich das sehr positiv für uns ausgewirkt", sagte Bodmer mit Blick auf Schlierenzauers verpatzten Sprung, der den Wettkampf noch einmal spannend gemacht hatte. Der Österreicher sagte, es sei sehr turbulent gewesen und er habe keine wirkliche Chance gehabt, dem Team zu helfen.

 

Dritter wurden die Finnen (1.058), die nach eineinhalb Jahren Pause wieder von Janne Ahonen angeführt wurden. Der 32-Jährige sprang fast so, als wäre er nie weg gewesen. Hätte Matti Hautamaeki eine bessere Leistung gezeigt, wäre mehr drin gewesen für das Team Suomi, das mit Janne Happonen einen starken Athleten noch schonte. "Es ist ein bisschen wie in den alten Tagen, weil Janne wieder da ist. Wir wollten hier vor den eigenen Fans gewinnen, aber es war ein schwieriger Wettkampf und so müssen wir mit dem dritten Platz zufrieden sein", erklärte Hautamaeki.

 

Auf Rang vier kamen die überraschend starken Russen (981,4), die das Podium allerdings um etwa 70 Punkte deutlich verpassten. Dennoch: Wolfgang Steierts Truppe sprang ohne negative Ausreißer und hatte in Dimitri Vassiliev und Denis Kornilov zwei ganz starke Springer in ihren Reihen.

 

Malysz ganz stark - Ammann pusht Schweizer

Fünfter wurden die Polen, die sich bei dem überzeugenden Adam Malysz für diese Platzierung bedanken konnten. Wäre es ein Einzelspringen gewesen, Malysz wäre hinter dem Schweizer Simon Ammann auf Rang zwei gelandet. Besonders bitter: Malysz darf am Einzelwettkampf nicht teilnehmen, weil er die Quali verpatzt hatte. Dennoch darf der viermalige Weltmeister mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen aus diesem Wettkampf gehen. Krzysztof Mietus, auch erst 18 Jahre alt, sprang einen guten Wettkampf und zeigte sich als feste Größe im Team.

 

Ammanns Eidgenossen schafften einen guten sechsten Rang. Immerhin traten sie mit Pascal Egloff und Remi Francais mit zwei Nobodys an, die ihre Sache aber sehr gut machten.

 

Denn sie schlugen beispielsweise die Norweger, die einen schwarzen Tag erwischten. Auch Anders Jacobsen, der in der Qualifikation für das Einzelspringen noch so geglänzt hatte, kam bei den schwierigen Bedingungen nicht gut zurecht. Achter wurden die Japaner, die sich ebenfalls etwas mehr ausgerechnet hatten. Sie dürfen aber für den Einzelwettbewerb auf einen überzeugenden Noriaki Kasai hoffen.

 

Slowenen nicht im Finale

14 Teams waren beim Saisonauftakt dabei, die besten acht davon schafften es ins Finale. Nicht dabei waren die Slowenen, Tschechien, Italien, Frankreich, die USA und die Ukraine. Die ursprünglich gemeldeten Kasachen traten nicht an.

 

Das ist die Schanze in Ruka »

 

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