Ryoyu Kobayashi in einer eigenen Liga

Erstellt am: 04.01.2019 16:22 / sk

Ryoyu Kobayashi ist der König von Innsbruck. Der Japaner Ryoyu Kobayashi hat auch das dritte Springen im Rahmen der 67. Vierschanzentournee gewonnen. Auf der Bergiselschanze von Innsbruck sprang der 22-jährige einmal mehr in einer eigenen Liga und gewann den Wettkampf klar vor dem Österreicher Stefan Kraft und dem Norweger Andreas Stjernen.


Aus dem erhofften Zweikampf beim Finale der Tournee in Bischofshofen zwischen Ryoyu Kobayashi und Markus Eisenbichler aus Deutschland wird nichts. Nun heißt es Ryoyu Kobayashi gegen den Mythos, denn mit über 40 Punkten Vorsprung ist dem Überflieger des Winters der Sieg nach menschlichem Ermessen nicht mehr zu nehmen.

Sollte dem Japaner der vierte Sieg im vierten Springen der Tournee gelingen, wäre es nach Sven Hannawald 2002 und Kamil Stoch 2018 das dritte Mal, dass einem Skispringer der Grand Slam bei einer Vierschanzentournee gelingt.

Keine Chance im direkten Vergleich hatte Markus Eisenbichler. Der Bayer landete im Tagesklassement auf Platz 13 und verlor über 40 Punkte auf Kobayashi. In der Tournee-Gesamtwertung liegt Eisenbichler aber immer noch auf dem ausgezeichneten zweiten Platz.

 

Der dritte Sieg bei dieser Vierschanzentournee war für Ryoyu Kobayashi in Innsbruck nie wirklich in Gefahr. Mit 136.5 m zeigte der Überflieger gleich im ersten Durchgang den weitesten Sprung des Tages und auch im Finale war er mit 130 m erneut der Beste. Er sicherte sich mit 267.0 Punkten seinen vierten Weltcupsieg in Folge und bereits den siebenten in diesem Winter.

 

Nach dem mehr als enttäuschen Ergebnis in Garmisch-Partenkirchen konnte Stefan Kraft heute vor heimischem Publikum wieder überzeugen. Der Österreicher zeigte mit 129.5 m und 130.5 m zwei konstant starke Sprünge und landete damit hinter dem überragender Japaner mit 254.2 Punkten auf dem zweiten Platz.

 

Andreas Stjernen sprang am Bergisel 131 m und 126 m weit und erreichte mit 242.7 Punkten den dritten Rang und damit seinen ersten Podestplatz in diesem Winter. Auch in der Gesamtwertung der Tournee kämpft Stjernen damit weiter um einen Spitzenplatz. Nach drei von vier Springen liegt er knapp hinter Markus Eisenbichler auf Platz drei.

 

Bester Deutscher war heute Stephan Leyhe, der als Vierter das Podest nur ganz knapp verpasste. Hinter Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen, der Fünfter wurde, konnten sich der Japaner Yukiya Sato und Kilian Peier aus der Schweiz als Sechster und Siebenter jeweils über ihre bisher besten Ergebnisse im Weltcup freuen.

 

Richard Freitag aus Deutschland erreichte als Achter den angestrebten Top 10 Platz, der Tscheche Roman Koudelka konnte seine tolle Leistung aus der Qualifikation nicht ganz wiederholen und verlor als Neunter etwas Boden im Kampf um ein Top 3 Ergebnis in der Gesamtwertung.

 

In der 67. Vierschanzentournee führt Ryoyu Kobayashi mit 815.9 Punkten vor dem Finale in Bischofshofen klar vor Markus Eisenbichler (770.4 Punkte) und Andreas Stjernen (766.2 Punkte).

 

Der Wettkampf in Bischofshofen findet am Sonntag um 17:00 Uhr statt, die Qualifikation steht am Samstag ebenfalls um 17:00 Uhr auf dem Programm.

 

Das sagten die Athleten zum Wettkampf in Innsbruck:

Andreas Wellinger (20.): Es war heute einmal ein richtiger Schritt. Im zweiten Durchgang war auch der Absprung besser und es ist schön, dass es noch ein paar Plätze nach vorne ging. Es ist wichtig jetzt kontinuierlich weiterzuarbeiten, auch wenn es manchmal anstrengend ist. 

 

Stephan Leyhe (4.): Klar ist es schade, ich hätte mich über das Podest sehr gefreut. Ich bin mit dem vierten Platz aber sehr zufrieden. Ich habe zwei solide Sprünge gemacht und es war ein guter Tag für mich.

 

Daniel Huber (14.): Dass ich vor meinem zweiten Sprung etwas warten musste, war nicht das Problem. Im zweiten Durchgang ist es scheiße gelaufen und jetzt geht der Blick nach Bischofshofen. Es freut mich sehr, dass Stefan heute zwei tolle Sprünge gezeigt hat. Wir kommen immer näher und die Richtung stimmt, auch bei mir. In Bischofshofen will ich wieder in die Top 10 kommen und gute Sprünge machen.

 

Markus Eisenbichler (13.): Im zweiten Durchgang habe ich versucht zu attackieren, war aber ein bisschen zu krass. Es war ein solider Wettkampf und ich weiß was ich falsch gemacht habe. Ich bin nicht ganz unzufrieden, ich bin immer noch zweiter in der Gesamtwertung.

 

Manuel Fettner (16.): Es tut natürlich gut jetzt zumindest wieder einen richtig guten Sprung zu zeigen. Im ersten Durchgang hat es mir schon so gefallen oben zu sitzen und zu sehen wie voll das Stadion ist. Es geht eigentlich schon seit Wochen so, dass pro Station immer ein Sprung dabei ist der gut funktioniert und heute war das einmal einer im Wettkampf und nicht nur im Training.

 

Richard Freitag (8.): Die Sprünge sind mir heute eigentlich ganz gut gelungen. Vielleicht waren sie noch etwas früh am Schanzentisch, aber es ist okay. Den Sturz vom letzten Jahr habe ich schon noch im Kopf, gerade auch bei der Landung. 

 

Ryoyu Kobayashi (1.): Ich habe mich konzentriert, bin in einer guten Form und die habe ich abrufen können. Deshalb konnte ich gewinnen. Der Sprung ist genauso gelaufen wie ich es mir vorgenommen habe. An den Grand Slam denke ich nicht, ich denke nur an Bischofshofen und will dort wieder gute Sprünge machen.

 

Stefan Kraft (2.): Das tut schon sehr gut. Im zweiten Durchgang habe ich versucht nicht ganz so aggressiv zu springen und das ist geglückt. Darüber freue ich mich sehr. Ich habe mich von Sprung zu Sprung steigern können. Ich freue mich auf den Heimwettkampf in Bischofshofen, die Schanze dort kenne ich sehr gut.

 

Komplettes Ergebnis

Gesamtwertung Vierschanzentournee

Statistiken

Weitester Sprung
136.5m
Kobayashi, Ryoyu (JPN)
Kürzester Sprung
110.0m
Hoerl, Jan (AUT)
Durchschnittliche Weite
120.5m
Sprünge über K-Punkt
62.0%
Anzahl Nationen
13
Anzahl Nationen in den Top 10
8
Beste Nation in den Top 30
6
Österreich
Deutschland
Für Kobayashi, Ryoyu ist es der erste Sieg seit
01.01.19
Garmisch-Partenkirchen
Für Japan ist es der erste Sieg seit
01.01.19
Kobayashi, Ryoyu (JPN) Garmisch-Partenkirchen