Namen und Fakten des Winters

Erstellt am: 01.04.2019 15:07 / hn

Gesichter des Winters:

Die Weltcup-Saison 2018/2019 war für die Skispringer überaus erfolgreich. An 19 Wettkampforten gab es 11 verschiedene Saisonssieger und trotzdem noch den alles überragenden Ryoyu Kobayashi, der alleine 13 Wettkämpfe gewinnen konnte.
Dieser Winter hat zahllose Geschichten geschrieben für die Skispringer. Wir haben einige Namen und Fakten rausgesucht die es nach der vergangenen Saison zu erwähnen gilt.



Die Saisonsieger im Weltcup-Skispringen 2018/2019
1 Evgeniy Klimov (Wisla / Polen)
2 Ryoyu Kobayashi (2 x Ruka / Finnland) 1+2
3 Johann Andre Forfang (Nizhny Tagil / Russland)
Ryoyu Kobayashi (Nizhny Tagil / Russland) 3
4 Karl Geiger (Engelberg / Schweiz)
Ryoyu Kobayashi (Engelberg / Schweiz) 4
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Vierschanzentournee / GS = Ryoyu Kobayashi
Ryoyu Kobayashi (Oberstdorf / Deutschland) 5
Ryoyu Kobayashi (Garmisch-Partenkirchen / Deutschland) 6
Ryoyu Kobayashi (Innsbruck / Österreich) 7
Ryoyu Kobayashi (Bischofshofen / Österreich) 8
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Ryoyu Kobayashi (Predazzo / Italien) 9
5 Dawid Kubacki (Predazzo (Italien)
6 Stefan Kraft (Zakopane / Polen)
Stefan Kraft (Sapporo / Japan)
Stefan Kraft (Sapporo / Japan)
7 Timi Zajc (Oberstdorf / Deutschland)
Ryoyu Kobayashi (Oberstdorf / Deutschland) 10
8 Kamil Stoch (Oberstdorf / Deutschland)
Kamil Stoch (Lahti / Finnland)

Willingen 5 / GS = Ryoyu Kobayashi
Karl Geiger (Willingen / Deutschland)
Ryoyu Kobayashi (Willingen / Deutschland) 11

Nordische Ski WM in Seefeld/ Innsbruck
Markus Eisenbichler (Innsbruck / Österreich)
Dawid Kubacki (Seefeld / Österreich)

RAW AIR / GS = Ryoyu Kobayashi
9 Robert Johansson (Oslo / Norwegen)
Stefan Kraft ( Lillehammer / Norwegen)
Ryoyu  Kobayashi (Trondheim / Norwegen) 12
10 Domen Prevc (Vikersund / Norwegen)
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Planica 7 / GS = Ryoyu Kobayashi
11 Markus Eisenbichler (Planica / Slowenien)
Ryoyu Kobayashi ( Planica / Slowenien) 13


Domen Prevc:
Nach seinem Sieg beim Skifliegen in Vikersund hatte man den Eindruck, dass Domen Prevc selbst am meisten überrascht war über seinen Erfolg. Zweieinhalb Jahre nach seiner Mini-Siegesserie zu Saisonbeginn 2016, die ihn völlig überraschend zum Top-Favoriten der Vierschanzentournee gemacht hatte, ist Domen Prevc zurück in der Weltspitze. Platz zwei beim Saisonfinale in Planica bestätigte die Top-Form des 19-jährigen.

Timi Zajc:
Erster Karrieresieg im Weltcup (wie es sich für einen Slowenen gehört beim Skifliegen) und mit Platz 9 im Gesamtweltcup ein sensationelles Ergebnis für den 18-jährigen. Timi Zajc kam als das größte slowenische Talent überhaupt in den Weltcup, er hatte als Jugendlicher alles gewonnen, was es zu gewinnen gab, und er hat alle Erwartungen erfüllt. 

Evgeniy Klimov:
Die Sensation gelang dem sympathischen Russen gleich im ersten Springen der Saison, Sieg beim Auftakt in Wisla (POL). Danach gelang Klimov zwar kein Sieg mehr, aber mit 592 Punkten und Platz 12 im Gesamtweltcup hat Klimov einen starken Winter abgeliefert.

Stephan Leyhe:
Am Ende der Saison lief es nicht mehr ganz wie gewünscht, aber Leyhe hat einen tollen Winter hinter sich. Platz 11 im Gesamtweltcup und der Willinger hat gezeigt, dass er in der Lage ist ganz vorne mitzubringen. Der erste Weltcupsieg ist nur eine Frage der Zeit.

Hideharu Miyahira:
Mit Miyahira kam der Erfolg zurück ins Team der Japaner. Am überragenden Erfolg von Ryoyu Kobayashi hat Miyahira großen Anteil, das gilt gleichermaßen auch für Janne Väätäinen, den Heimtrainer von Ryoyu Kobayashi. Miyahira hat das Team nach Amtsantritt 2018 komplett umgekrempelt und mit Junshiro Kobayashi und Yukio Sato zwei weitere Top-Leute im Rennen. Während den Wettkämpfen hat Miyahira bei Ryoyu Kobayashi - fast unbemerkt - immer wieder die Anlauflänge verkürzt um seinen Athleten vor zu weiten Sprüngen zu schützen, immer mit dem Risiko damit einen Sieg oder Spitzenplatz aus der Hand zu geben - strategische Meisterleistung .

Ryoyu Kobayashi: 
Besonders beeindruckend war die Konstanz mit der der 22-jährige die Saison von Wisla bis Planica abgespult hat. Nichts konnte Kobayashi aus der Ruhe bringen, nicht der Druck vor Beginn der Vierschanzentournee, nicht der mögliche Grand-Slam vor dem Tourneefinale in Bischofshofen - nichts. Und dann hatte man noch den Eindruck, dass Kobayashi, wenn er so etwas wie Druck hatte (beispielsweise beim Finale der Raw Air) besonders gut und weit sprang. Ein echter Ausnahmekönner der in einem einzigen Winter so viele Rekorde gebrochen hat wie die meisten anderen nicht in ihrer ganzen Karriere. 

Karl Geiger:
Zwei Saisonsiege und Platz 10 im Gesamtweltcup. Großartige Saison für den Mann aus Oberstdorf mit dem man sich einfach freuen muss, wenn er gewinnt. Mit Geiger freut man sich, wenn es läuft, und mit Geiger leidet man, wenn die Sprünge nicht funktionieren - ein fantastischer Bursche dieser Karl Geiger.

Markus Eisenbichler: 
Gut, besser, Eisenbichler. Die WM-Titel in Seefeld bzw. Innsbruck und der Sieg beim Skifliegen in Planica waren die Höhepunkte des Winters von Markus Eisenbichler. Große Klasse was Eisenbichler im vergangenen Winter abgeliefert hat. Eisenbichler´s Weg zu den Titeln war lang und hart. Wie er seine verdienten Erfolge jetzt an den Schanzen feiert gehört zu den Höhepunkten des Winters - großartig.

Killian Peier:
Platz drei bei der Nordischen Ski WM in Seefeld. Die Bronzemedaille von der Großschanze bedeutet den Höhepunkt in der Karriere von Killian Peier - den vorläufigen Höhepunkt. Im Weltcup ist der Knoten bei Peier noch nicht wirklich aufgegangen, es steht noch Platz 7 als bestes Karriereresultat, aber Peier hat im Sommer und eben bei der WM gezeigt, was in ihm steckt.

Simon Ammann:
Rechtzeitig zum Saisonende kam Simon Ammann noch Mal so richtig in Fahrt. Wie der Schweizer Vierfach-Olympiasieger sich freut, wenn ihm ein Sprung gelingt, ist einmalig. So viel Spaß wie Ammann zum Ende der Saison hatte macht eins klar: Aufhören ist unmöglich denn nirgends kann Simon Ammann so viel Spaß bekommen wie nach einem gelungenen Sprung auf der Schanze - auf ein weiteres Jahr, Simon!

Jakub Wolny:
Der 24-jährige war die Entdeckung im starken Team der Polen. Besonders bei den abschließenden Skifliegen in Vikersund und Planica beeindruckte Wolny mit starken Leistungen. Wolny kann in die Fußstapfen der Stoch, Kubacki und Zyla treten. 

Antti Aalto:
Platz 6 in Nizhny Tagil und Platz 7 in Wisla waren die besten Saisonergebnisse des Finnen. Aalto hat das Potenzial für die Weltspitze. Wichtiger als Einzelergebnisse ist aber, dass man bei den Finnen den Eindruck hatte, dass es wieder bergauf geht, dass die Männer um Aalto, Maatta und Nousiainen wieder richtig Bock auf Skispringen haben und vorne mitmischen wollen. Die Finnen sind auf dem Weg zurück.

Philipp Aschenwald:
Er war die Entdeckung im Team der Österreicher. Bei der WM in Seefeld glänzte der 23-jährige mit seinen Auftritten im Team und dem Mixed - Team, wo er zwei Silbermedaillen gewann, dazu Platz 4 am Holmenkollen von Oslo. Großes Potenzial, große Zukunft für Phillip Aschenwald.

David Siegel:
Er war auf dem Weg zurück nach langem harten Kampf. Nach einer langwierigen Verletzung hatte sich David Siegel zurück ins Team gekämpft und gezeigt, warum er als das ganz große Talent im deutschen Skispringen gilt. Dann kam der verhängnisvolle Sturz beim Teamspringen in Zakopane. Was für ein bitterer Winter für David Siegel.

Noriaki Kasai:
Für Noriaki Kasai lief es, rein statistisch gesehen, nicht besonders gut im vergangenen Winter, Platz 37 im Gesamtweltcup, das schwächste Ergebnis der vergangenen 6 Jahre für Kasai. Aber es verbietet sich das Wort „schwach“ in Verbindung mit Noriaki Kasai zu verwenden. Der 46-jährige belegte Platz 7 in Sapporo und Platz 11 beim Skifliegen in Oberstdorf. Dazu Platz zwei mit dem japanischen Team in Oslo und Platz 4 mit dem Team in Planica, dieser Mann ist und bleibt Extraklasse.

Andreas Stjernen:
Gänsehaut beim letzten Wettkampf von Andreas Stjernen in Trondheim. Nur Ryoyu Kobayashi verhinderte den Sieg von Stjernen bei seinem letzten Springen auf seiner Heimschanze. Das kurzfristige Karriereende von Stjernen - sicher auch bedingt durch den üblen Sturz in Lahti - war eine gute Entscheidung. Tochter und Freundin werde es dem überaus sympathischen und immer gut gelaunten Stjernen danken, der im vergangenen Winter noch die kleine Kristallkugel des besten Skifliegers gewonnen hatte. 

Robert Kranjec:
Am letzten Wochenende von Planica konnte Kranjec seine aussergewühlichen Fähigkeiten noch eimal aufblitzen lassen. Für einen Spitzenplatz reichte es nicht mehr, aber die Fähigkeit mit minimaler Höhe am Hang entlang zu fliegen und Weitenmeter zu machen, das konnte niemand so gut wie Robert „Robi“ Kranjec. Wegen dieser Fähigkeit gewann er Weltcups und wurde Skiflug-Weltmeister. Wir werden ihn vermissen. Alles Gute Robi.

Constantin Schmid:
Große Klasse was der Youngster besonders zum Ende der Saison abgeliefert hat. Auf diesen Constantin Schmid freuen wir uns bereits jetzt, wenn der Grand Prix und dann der nächste Winter losgeht.

Dawid Kubacki:
Toller Winter für Dawid Kubacki. Platz vier bei der Vierschanzentournee, Platz fünf im Gesamtweltcup. Erster Weltcupsieg in Predazzo und als Krönung der WM Titel in Seefeld. Kubacki ist Weltspitze und hat das Potenzial für ganz oben. Auf Kubacki darf man im kommenden Winter gespannt sein.

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