Fakten zum Weltcup-Wochenende in Lahti

Erstellt am: 05.02.2019 13:13 / sk

Das vergangene Skiflug-Wochenende in Oberstdorf war zweifellos ein Highlight des laufenden Winters. Mit den Tagessiegen von Timi Zajc am Freitag, Ryoyu Kobayashi (Samstag) und Kamil Stoch am Sonntag erlebten die über 30.000 Zuschauer an der Heini-Klopfer Skiflugschanze von Oberstdorf ein großartiges Sportspektakel. Dazu ein entfesselt fliegender Lokalmatador Markus Eisenbichler, der am Samstag nur hauchdünn an seinem ersten Weltcupsieg vorbeiflog, und ein spektakulärer Sturz des Tschechen Tomas Vancura, der glücklicherweise ohne Folgen blieb.


Überragend präsentierte sich in Oberstdorf besonders am Sonntag das Team aus Polen. Tagessieger Kamil Stoch und Dawid Kubacki auf dem Podium, Piotr Zyla und Jakub Wolny auf den Plätzen 4 und 6. Nun stösst nach einem Trainingslager in Lahti auch Maciej Kot wieder zum polnischen Team. Der heftig umworbene polnische Coach Stefan Horngacher steht also bei der Aufstellung der Mannschaft für das Teamspringen in Lahti vor einem echten Luxus-Problem.

Favoriten auf den Teamsieg sind aber, zumindest auf dem Papier, die Adler aus Deutschland. Das deutsche Team geht sowohl als Titelverteidiger von Lahti an den Start, als auch als Sieger des letzten Teamspringens im Januar in Zakopane. Gute Aussichten also für die Truppe von Werner Schuster, der zum Saisonende seinen Rückzug als Cheftrainer beim DSV angekündigt hat. Mit einem Erfolg in Lahti wäre Deutschland das erste Team seit Österreich 2011 (Großschanze), dem die Titelverteidigung bei einem Teamspringen in Lahti gelingt.

 

Das polnische Team hat zuletzt die Teamspringen in Zakopane (27 Januar 2018) und Wisla (17. November 2018) auf heimischem Boden gewonnen. Der letzte "Auswärtssieg“ gelang einem polnischen Team in Willingen, das war im Januar 2017. Im vergangenen Jahr belegten die Polen in Lahti Platz zwei.

 

Team Norwegen kommt in diesem Winter nicht richtig in die Gänge

In den beiden Team-Wettkämpfen der laufenden Saison fällt das Ergebnis für die Truppe von Alex Stöckl verheerend aus: Platz 10 beim Auftakt in Wisla und Platz 8 beim Teamspringen in Zakopane sind ein denkbar schlechtes Ergebnis für die Mannschaft, die vor wenigen Wochen zu Norwegens Mannschaft des Jahres gekürt wurde. Bei beiden Wettkämpfen war die Disqualifikation eines Athleten (Johansson in Wisla, Forfang in Zakopane) Teil der Ursache für das schlechte Endergebnis. Besonders bitter, denn immerhin sind die erfolgsverwöhnten Norweger amtierender Team-Olympiasieger. In der Bilanz der Norweger stehen beispielsweise auch drei Siege in den letzten vier Team-Wettkampfen in Finnland (Lahti, Kuopio, Ruka).

 

Österreich auf dem Weg zurück

Angeführt von Stefan Kraft melden sich die Skispringer aus Österreich langsam aber sicher wieder zurück ganz vorne in den Ergebnislisten. Rechtzeitig vor der Nordischen WM in Seefeld konnten sich zuletzt neben Kraft auch Michael Hayböck und Daniel Huber gut in Szene setzen. Das Teamspringen von Lahti soll für die Österreicher ein weiterer Schritt in Richtung WM-Form darstellen. Den letzten Sieg bei einem Teamspringen gab es für Österreich im März 2017 (Oslo). Danach gab es in 12 Team-Wettkämpfen einen anderen Sieger. Die Österreicher waren in diesem Winter aber bereits nah dran: In den ersten beiden Teamspringen des Winters. belegten die Männer von Coach Andi Felder Platz drei (Wisla) und Platz zwei in Zakopane. Lahti ist überhaupt ein sehr gutes Pflaster für die Österreicher, bereits sieben Mal gelang in Lahti der Sieg bei einem Teamspringen, keine Mannschaft war im Süden Finnlands öfter erfolgreich.

 

Finnland kommt langsam vorwärts

Für das seit einigen Jahren schwer gebeutelte Team aus Finnland ist es sicher noch zu früh für einen Podiumsplatz mit dem Team. Aber ein positiver Trend ist durchaus zu erkennen seit Lauri Hakola die Regie bei den finnischen Skispringern übernommen hat. Angeführt von Antti Aalto wird das Team spürbar und kontinuierlich besser, Aalto selber springt in diesem Winter auf hohem Niveau. Das letzte Mal stand ein finnisches Team 2010 auf dem Podium im FIS Weltcup, das war am 30. Januar beim Skifliegen in Oberstdorf.

------------------

Einzelspringen in Lahti am Sonntag

Gute Aussichten für Stefan Kraft

Mit einem Sieg in Lahti wäre es das erste Mal für Stefan Kraft, dass ihm vier Siege in Folge (Großschanze) gelingen. Mit seinen drei Siegen (Zakopane, 2 x Sapporo) hat Kraft bereits seine bisherige Bestmarke von drei Siegen im Februar und März 2017 eingestellt. Der letzte Österreicher dem vier Siege in Folge gelangen war Thomas Morgenstern im Dezember 2010. Überhaupt ist Lahti ein hervorragendes Pflaster für Stefan Kraft: Mit seinem Doppelsieg bei der WM 2017 in Lahti demonstrierte Kraft, dass er mit der Salpausselkä Anlage bestens zurecht kommt. Kraft ist mit seinem Sieg von Lahti 2017 auch der amtierende Weltmeister.

 

Ryoyu Kobayashi

Absolut beeindruckend, wie sich Ryoyu Kobayashi mit seinem Sieg am Sonntag von Oberstdorf zurück gemeldet hat. Wobei Kobayashi nach seiner Siegesserie natürlich nie weg war, aber man hatte sich ja schon an den Seriensieger Kobayashi gewöhnt. Nun ist er also zurück und man darf auch in Lahti mit dem 22-jährigen rechnen.

Kobayashi hat 10 der 19 Skispringen in diesem Winter gewonnen. Der letzte dem mehr Siege in einer Saison gelangen war Peter Prevc 2015/2016. Mit 15 Siegen gelang Prevc auch das bisherige Rekordergebnis in einer Saison. Mit seinem 10 Siegen hält Kobayashi aber bereits den nationalen Rekord für Japan. Insgesamt gelangen nur zwei Japanern mehr Weltcupsiege als Kobayashi, das waren Kazuyoshi Funaki (15 Siege) und Noriaki Kasai (17 Siege).

Mit einem weiteren Sieg wäre Kobayashi der dritte Athlet dem vor seinem 23. Geburtstag mehr als 10 Weltcup-Siege gelingen. Das erreichten bisher nur Gregor Schlierenzauer (13 / 2008-2009) und Martin Schmitt (11 /1 999-2000).

Den letzten Sieg eines Skispringers aus Japan in Lahti gab es im März 2012, Sieger war damals Daiki Ito.

Bisher hat noch kein Skispringer aus Japan den Gesamtweltcup gewonnen.

 

Kamil Stoch

Kamil Stoch hat am Samstag seinen ersten Saisonsieg eingefahren. An Lahti hat Kamil Stoch die besten Erinnerungen, denn er hat bereist zwei Mal in Lahti gewonnen, das war 2014 und 2018. Öfter gewannen in Lahti nur Adam Malysz (3), Andreas Felder (4) und der legendäre Matti Nykänen (8) der zu Beginn dieser Woche leider verstorben ist.

Neueste Nachrichten