Calgary Olympic Park vor dem Aus

Erstellt am: 09.01.2019 15:30 / hn

Die Skisprung-Anlage auf der 1988 die Olympischen Wettkämpfe der Skispringer in Calgary stattfanden, dienen den Sportlern aus Kanada bis heute als Trainings- und Wettkampfzentrum.
Zuletzt fanden im Canada Olympic Park im Oktober 2018 die kanadischen Meisterschaften auf der HS 93 Schanze statt. Jetzt soll die Anlage aus Kostengründen geschlossen werden, die kanadischen Skispringer versuchen alles um die Schließung zu verhindern.


Olympische Winterspiele 1988 Calgary (CAN). Der alles überragende Athlet beim Skispringen heißt Matti Nykänen und kommt aus Finnland. Nykänen gewinnt die Goldmedaille von der Normal- und von der Großschanze, dazu die Goldmedaille mit dem finnischen Team. Neben dem Sieger sorgt noch der jeweils Letzte der Wettkämpfe für große mediales Interesse: ein Engländer mit dem Namen Michael Edwards, besser bekannt als Eddie Edwards oder Eddie the eagle.
30 Jahre sind vergangen und 30 Jahre lang befand sich der Canada Olympic Park in einem guten Zustand und diente als das Trainingszentrum der Skispringer in Kanada. Doch jetzt soll Schluß sein.
Die gesamte, 5 Skisprungschanzen umfassende, Anlage soll geschlossen werden.


"Die Schanzen K18, K 38, K 63 und K 90 wurden ganzjährig zum Training benutzt. Unsere Athleten haben ungefähr 10.000 Sprünge pro Jahr auf den Schanzen gemacht. Zuletzt wurden die kanadischen Meisterschaften auf der Normal- und der Großschanze ausgetragen,“ erklärt Gregor Linsig, Chefcoach der kanadischen Skispringer. 
„Der Betreiber Winsport hat bereits die Langlaufstrecken und die Biathlonstrecke im Canada Olympic Park durch einen Tubing Park ersetzt. Uns wurde mitgeteilt, dass Winsport 5-7 Millionen Dollar pro Jahr mit der Anlage verliert, und das wohl schon seit vielen Jahren. Details wurden uns auf Nachfrage nicht mitgeteilt“ so Linsig weiter.

Nur der Turm der K 114 soll bleiben 
"Nun soll die ganze Anlage abgerissen werden. Ausnahme soll der Turm der K114 Schanze sein, auf dem Turm befinden sich 35 Mobilfunkantennen und vom Turm soll in Zukunft Ziplining angeboten werden.
WinSport plant, alle anderen Teile der Anlage abzureißen, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sie die Mittel haben, um die Skisprunganlagen zu diesem Zeitpunkt abzureißen. Mündlich hat das Management vorgeschlagen, dass es einen Plan gibt, zusätzliche Skigebietsfläche und einen Big Air Freestyle Park zu errichten, dieser Plan ist nie verwirklicht worden.  Vor kurzem haben wir einen FIS Experten die kleinen Schanzen begutachten lassen, dieser Bericht  wurde auch WinSport zur Verfügung gestellt. Der Experte geht davon aus, dass auf den kleineren Schanzen noch etwa 10 Jahre gesprungen werden kann, ohne dass größere Renovierungsarbeiten erforderlich sind.

Es geht ums Geld
"WinSport hat die Kosten für den Betrieb der kleinen Schanzen mit 500.000,- Dollar pro Jahr angegeben, was wir stark bezweifeln. Wir bekommen aber keine detaillierte Kostenaufstellung. Für den Betrieb der drei kleineren Schanzen hat WinSport diese Zahl auf 345.000,- pro Jahr festgelegt. Um die Schanzen zu renovieren, nennt WinSport jetzt Kosten von 7 Millionen Dollar, wir wissen nicht, worauf diese Schätzung basiert.
Der Betreiber der Anlage pflegt die Anlage, Skiclub-Freiwillige und Coaches helfen bei der Schneeräumung, präparieren den Anlauf und Aufsprung. Eine neue Anlaufspur mit Spurkühlung wurde vom lokalen Skisprung- und Nokoverein auf eigene Kosten eingebaut. Es steckt sehr viel Arbeit von freiwilligen Helfern und Familien in der Anlage“ so Linsig.

Wo können Skispringer in Kanada noch trainieren?
Ausser der Anlage in Calgary gibt es noch den Whistler Olympic Park, dieser liegt ca. 1.000 KM westlich von Calgary. Hier wurden die Olympischen Spiele 2010 ausgetragen. Diese Anlage verfügt über Schanzen die zwei Wochen im Jahr von den Athleten aus Calgary zum Training und für einen jährlichen Wettkampf genutzt werden.  In Whistler gibt es auch eine K20 und eine K40 Trainingsschanze, die beide den ganzen Winter über benutzt wurden. 
Allerdings kann man auf keiner dieser Schanzen im Sommer trainieren, es gibt keinen Mattenbelag. 

Warum jetzt der Entschluss die Anlage zu schließen?
"WinSport versucht schon seit 20 Jahren, die Anlage zu schließen.  Das Grundstück rund um den Park, das in den Altvertrag aufgenommen wurde, wurde an Bauherren verkauft. WinSport hat auch eine 210 Millionen Dollar Hockeyanlage und ein professionelles Zentrum gebaut, die WinSport mehr kosten als erwartet", erklärt Gregor Linsig abschleißend.

Was bleibt ist die Hoffnung, dass es doch noch irgendwie gelingt die Schließung zu verhindern.

https://www.change.org/p/justintrudeau-kirstyduncanmp-rachelnotley-save-the-calgary-ski-jumps

Unter dem link kann man an einer Petition teilnehmen, die dann direkt an Premier Kanadas Justin Trudeau geleitet wird.

 

Neueste Nachrichten