Team Norwegen holt Olympisches Gold

Erstellt am: 19.02.2018 16:37 / sk
1
Norwegen
1098.5
2
Deutschland
1075.7
3
Polen
1072.4

Das letzte Wettkampf der Skispringer im Rahmen der Olympischen Spiele 2018 wurde der erwartete Dreikampf. Allerdings ließ das Team aus Norwegen in der Besetzung Daniel Andre Tande, Andreas Stjernen, Johann Andre Forfang und Robert Johansson nur bis zur Halbzeit echte Spannung aufkommen. In Durchgang zwei zeigten die Wikinger ihr ganzes Können und ließen der Konkurrenz keine echte Chance. Der Kampf um Platz zwei war aber hochdramatisch und wurde erst mit dem letzten Sprung entschieden - mit dem besseren Ende für das deutsche Team.


Relativ früh im zweiten Durchgang war klar, dass die Norweger an diesem Tag nicht zu schlagen sein würden. Aber der Kampf um die Silbermedaille zwischen Polen (Kamil Stoch, Dawid Kubacki, Stefan Hula, Maciej Kot) und Deutschland (Karl Geiger, Stephan Leyhe, Richard Freitag, Andreas Wellinger) spitzte sich zu einem echten Krimi zu. Mit 0,6 Punkten Rückstand musste Schlussspringer Andreas Wellinger im direkten Vergleich mit Olympiasieger Kamil Stoch antreten. Wellinger landete nach 134,5 Metern und nahm Stoch, der direkt im Anschluß ebenfalls 134,5 Meter flog, die entscheidenden Punkte ab. 3,3 Punkte am Ende der knappe Vorsprung für Deutschland vor Polen.

Für das Team aus Norwegen bedeutete der Erfolg die 11. Olympische Goldmedaille im Skispringen, die erste im Team. Norwegen ist nun nach Deutschland die zweite Nation mit Olympia-Gold in allen vier Skisprungwettkämpfen. Herausragend im mannschaftlich geschlossenen Team der Norweger war überraschenderweise keiner der beiden Einzelmedaillengewinner sondern Skiflug-Weltmeister Daniel Andre Tande. Tande gewann die Startgruppe jeweils klar und sorgte so früh für den beruhigenden Abstand vor der Konkurrenz. Johann Andre Forfang: "Das war für uns bereits vor der Saison das ganz große Ziel. Das wir jetzt das geschafft haben, wovon wir schon vor der Saison gesprochen haben ist riesig für uns“.

 

Die deutsche Mannschaft wusste ebenfalls durch mannschaftliche Geschlossenheit zu Überzeugen. Richard Freitag gab stellvertretend für das Team zu Protokoll: "Das ist ein Erfolg für unser ganzes Team. Das sind nicht nur wir Vier, es gibt noch viele andere Springer und ganz besonders auch das Team hinter dem Team. Das ist eine gute Sache für uns alle“, so Freitag. Andreas Wellinger hat nun, ebenso wie der Norweger Robert Johansson, in allen drei Wettkämpfen in PyeongChang eine Medaille gewonnen. Damit ist Andreas Wellinger auch der erste deutsche Skispringer mit vier Olympiamedaillen (Gold und 2 x Silber in Pyeongchang, Team-Gold in Sochi 2014).

 

Die Polen holten die erste Olympiamedaille im Team für Polen überhaupt. Entsprechend groß war die Freude über Platz drei. Maciej Kot: "Das ist ein historischer Moment für unser Team und unser Land. Der Wettkampf war auf einem hohen Niveau und nach dem ersten Durchgang war es so eng. Wir haben bis zum Schluss gekämpft und ich denke es war ein wirklich schöner Wettkampf für die Zuschauer“.

 

Auf Platz 4 präsentierten sich die Adler aus Österreich zwar bereits knapp 100 Punkte hinter Platz drei, aber Stefan Kraft, Manuel Fettner, Gregor Schlierenzauer und Michael Hayböck kämpften. Der Kampf war beeindruckend und wurde am Ende mit Platz 4 belohnt, mehr ist derzeit schlicht nicht möglich für die Austria-Adler.

Slowenien duellierte sich lange mit den Österreichern um den vierten Platz, am Ende blieb für Peter Prevc, der sich mit zwei Sprüngen über die 130 m Marke sehr gut präsentierte, Jernej Damjan, Anze Semenic und Tilen Bartol Rang fünf, vor Japan (Taku Takeuchi, Daiki Ito, Noriaki Kasai, Ryoyu Kobayashi), OAR (Alexey Romashov, Denis Kornilov, Mikhail Nazarov, Evgeniy Klimov) und Finnland (Janne Ahonen, Andreas Alamommo, Jarkko Määttä, Antti Aalto).    

 

Das Team aus den USA verpasste auf Rang neun knapp die Qualifikation für den Finaldurchgang der besten acht Mannschaften. Erneut überzeugte Kevin Bickner mit einem ganz starken Sprung auf 131 m.

Dahinter folgten die Tschechische Republik, Italien und die Gastgeber aus Südkorea auf den Plätzen zehn, elf und zwölf.

 

Komplettes Ergebnis