Wendy Vuik: "Alles oder nichts"

Erstellt am: 13.10.2012 22:12 / ms

Mit Sochi 2014 hat sie ihr großes Ziel fest im Blick. Das Erfüllen der Norm, die das Nationale Olympische Komitee in den Niederlanden als Voraussetzung für die Teilnahme an den Olympischen Spielen angesetzt hat, mag keine leichte Aufgabe sein. Dafür muss sich Wendy Vuik mindestens einmal im Weltcup unter den besten acht Athletinnen platzieren, doch sie weiß: "Das ist nunmal Leistungssport und da heißt es eben alles oder nichts!"


Angefangen hat die Geschichte der 23-Jährigen mit einer kleinen 10-Meter-Schanze in Bergschenhoek in der Nähe von Rotterdam, auf der sie ihre ersten Sprünge machte. Dazu gebracht hat sie einst ihr Cousin, der die Leidenschaft für das Skispringen schon früher entdeckte und sie einlud, bei einer seiner Trainingseinheiten vorbeizuschauen. Da es im eigenen Land ansonsten jedoch an Schanzen mangelte, lernte sie das Skispringen wie alle Athleten aus den Niederlanden in Meinerzhagen (GER), wo das Nationalteam auch heute noch Trainingseinheiten im Frühjahr absolviert. Viel Zeit und Geld investierten die Eltern damals, um ihren Kindern das Training in Deutschland zu ermöglichen.

 

Meinerzhagen war auch jener Ort, an dem Wendy Vuik 2004 im Rahmen eines FIS-Cups ihren ersten internationalen Wettbewerb bestritt. Die besten Ergebnisse ihrer bisherigen Karriere gelangen ihr im Jahr 2011 mit einem sechsten Rang bei der Universiade in Erzurum (TUR) und dem siebten Platz beim Continental-Cup in Rovaniemi (FIN) sowie 2012 mit einem achten Rang im FIS Grand Prix in Almaty (KAZ) und Platz 14 beim Weltcup-Springen in Hinterzarten 2012. Auch die Geburtsstunde des Damenskispringens als Disziplin bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften erlebte Vuik mit und erreichte in Liberec 2009 und Oslo 2011 jeweils den 23. Rang. Nun steht sie mit dem zweiten Weltcup-Winter auch wieder vor einer WM-Saison, die Gedanken an den noch etwa 17 Monate entfernten olympischen Traum jedoch immer im Hinterkopf: "Ich werde alles tun, um mich für Sochi zu qualifizieren!"

 

Die Ergebnisse von Wendy Vuik »

 

Abseits der Schanzen schloss Vuik vor drei Jahren das Studium als Grundschullehrerin für Sport ab, das darauf aufbauende Studium für weiterführende Schulen ließ sich mit dem Sport jedoch nicht mehr kombinieren. In diesem Jahr beendete sie schließlich ihre Ausbildung zur Sportmasseurin, verdient sich nun mit Malerarbeiten ein wenig Geld dazu und ist froh über die Unterstützung ihrer Eltern, ohne die vieles nicht möglich wäre. Zudem macht sie sich inzwischen gemeinsam mit einer Sportmarketing-Firma auf Sponsoren-Suche und hofft, dass dies mit ansteigenden Leistungen auch zum Erfolg führt.

 

Mit ihrem Einstieg in das Training im Sommer und ihren Resultaten zeigte sich Vuik zufrieden und hofft nun, dieses Niveau mit in den Winter nehmen zu können. Athletisch habe sie sich stark verbessert, zumal sie in diesem Jahr verletzungsfrei traininieren konnte."Es bleibt natürlich harte Arbeit, um auch im Winter bessere Ergebnisse als im Vorjahr zu erreichen, da sich die anderen Springerinnen ebenfalls verbessern. Daher wird es eine harte Saison mit viel Training und Wettkämpfen und wenig Zeit zu Hause", so Vuik.

 

Wie ihre Kolleginnen freut sich auch Wendy Vuik über die Entwicklung, die ihre Sportart in den vergangenen Jahren durchlebt hat. Für eine Teilnahme an Mixed Team-Wettbewerben reichte es für die niederländische Mannschaft zwar bisher noch nicht, die Begeisterung für das neue Format teilt sie jedoch bereits: "Ich habe im Sommer in Courchevel und Hinterzarten zugeschaut und die Atmosphäre war richtig cool. Das Gefühl, als Team miteinander und füreinander zu starten, gibt sicher einen super Team Spirit!"

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