Kilian Peier - Raus aus der Komfortzone

Erstellt am: 11.11.2018 18:34 / hn

Kilian Peier war eine der Entdeckungen des vergangenen Sommers. Platz drei beim Grand Prix in Hinterzarten, Platz zwei bei versammelter Weltelite in Hinzenbach (AUT) und Platz sechs in der Gesamtwertung des FIS Grand Prix 2018. Dabei sprang Peier auf einem Niveau, dass man dem sympathischen Schweizer durchaus auch im kommenden Winter Top-Platzierungen zutrauen kann. Wir haben uns mit dem Mann aus der französischen Schweiz unterhalten.


Berkutschi.com: Kilian, du warst eine der Entdeckungen des vergangenen Sommers, bitte stell dich selbst kurz vor.

"Ich bin 23 Jahre alt und wohne seit 7 Jahren in Einsiedeln. Ursprünglich komme ich aus der Nähe von Lausanne. Während dem Sommer trainiere ich sehr gerne auf dem Rennvelo oder dem Bike. Daneben bin ich gerne in der Natur oder oben auf den Bergen. Seit ich mit dem Skispringen begonnen habe ist Simon Ammann mein Vorbild."

Du startest seit dem Winter 2014/2015 im Weltcup. Deine Platzierungen waren bisher eher durchwachsen. Bestes Ergebnis im Weltcup war bisher Platz 17, das war bei deiner Weltcuppremiere im November 2014 in Klingenthal. Dann kam der Sommer 2018 und auf einmal springst du technisch deutlich verbessert, du springst um das Podium und auf das Podium. Was ist passiert nach dem vergangenen Winter? Was hat diesen Leistungsschub ausgelöst?

"Beim Skispringen spielt der mentale Aspekt eine grosse Rolle. In den vergangenen Wintern hatte ich damit etwas zu kämpfen. Ich war oft etwas verunsichert, und darunter hat mein Selbstvertrauen an den Wettkampftagen gelitten. Dies führte dazu, dass meine Leistungen eher unkonstant waren. Das Problem wurde durch die Nicht-Selektion für die Olympischen Spiele verstärkt. Nach der Saison habe ich persönlich sehr viel hinterfragt und wusste, dass sich einiges verbessern muss."

"Habe verstanden, dass Höchstleistungen nur durch das Verlassen der Komfortzone möglich sind"

Was genau hast Du verändert, Technik, Material, Training?


"Technisch habe ich nicht sehr viel umgestellt, ausser ein Detail das meine Arme betrifft. Seit 2 Jahren arbeite ich mit einem privaten Coach zusammen. Ich wollte mehr erreichen und er hat dies sehr gut verstanden. Zusammen haben wir einen Weg gefunden, der beiden Vorstellung gerecht wird und eine gute Zusammenarbeit ermöglicht. Die Resultate aus den Sommerwettkämpfen bestätigten dies und zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Zudem habe ich meinen Lifestyle etwas angepasst und optimiert. Nun kann ich bewusster und zielgerichteter trainieren. Ich habe akzeptiert, dass sportliche Höchstleistungen nur durch das Verlassen der Komfortzone möglich sind". 

Gab es Veränderungen im Umfeld?

"Bis auf die Rückkehr von Servicemann Gerhard Hofer ist mein restliches Umfeld unverändert geblieben. Ich bin von meinem Team überzeugt und freue mich auf den Start in Wisla."


Was sind deine Erwartungen für den kommenden Winter? Top 10 / Top 5 Plätze sind nach diesem Sommer realistisch, oder?

"Mein Ziel ist es, die Qualität meiner Sprünge aus dem Sommer in den Winter mitzunehmen. Ich denke, die Top 20 sind realistisch – und alles was besser ist, ist Bonus.  "

Skispringen in der Schweiz wird immer ganz eng mit dem Namen Simon Ammann verbunden sein. Seit diesem Sommer bist Du der Kronprinz für das Skispringen in der Schweiz. Darauf haben ganz viele, auch Simon selber lange gewartet.  Ist das jetzt eine Bürde oder spornt dich das an?

 

"Kronprinz.. (lacht). An der Spitze mit dabei zu sein, ist natürlich ein super Gefühl. Ich denke, die Resultate aus dem Sommer geben mir viel Energie und Selbstvertrauen. Ob ich die Rolle eines Teamleaders einnehmen kann, wird sich im Winter zeigen. Ich werde meinen Fokus auf die Sprünge legen und aus jeder Situation versuchen das Beste herauszuholen. "

 

Wie wichtig ist es für dich im kommenden Winter Simon Ammann im Team zu haben?

"Sehr wichtig. Er ist Teil des Teams und verfügt über extrem viel Erfahrung. Ich werde so in einigen Situationen schneller reagieren können". 

 

 

Ergebnisse von Kilian Peier

 

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