Peter Prevc rechnet nicht mit Start in Wisla

Erstellt am: 02.11.2018 14:06 / sk

Peter Prevc ist ein Ausnahmetalent. Begnadeter Skispringer, ein großartiger - immer fairer - Sportsmann und ein Nationalheld in seiner Heimat Slowenien. Nach seinem überragenden Winter 2015/2016, in dem er alles abräumte, waren die Experten eigentlich von einem langen Siegeszug des 26-jährigen ausgegangen, aber es kam anders.


Peter Prevc sprang im Winter 2015/2016 auf einem Niveau über die Schanzen, dass die gesamte Konkurrenz nur staunend zuschauen konnte.

Am Ende des Winters stand der Sieg im Gesamtweltcup mit über 800 Punkten Vorsprung vor Severin Freund, grandiose 15 Saisonsiege erreichte Prevc in diesem Winter.
Der überlegene Sieg bei der Vierschanzentournee mit drei Tagessiegen, bei der durchaus auch ein Grand-Slam möglich gewesen wäre.
Skiflugweltmeister am Kulm.
Alles was es in diesem Winter zu holen gab, Peter Prevc holte es ab - mit spielerischer Leichtigkeit. 

Dann kam der Saisonauftakt 2016/2017 in Ruka (FIN).
Peter Prevc machte zum Saisonauftakt des folgenden Winters genau da weiter, wo er aufgehört hatte. Überlegene Führung nach Durchgang eins beim ersten Springen des Winters, dann ein eher harmloser Sturz im Finale. Im Endklassement des Wettkampfes trotz des Sturzes Platz drei. Der Sieger an diesem Tag: Ein 17-jähriger Nobody namens Domen Prevc, es war der erste Sieg des jüngeren Bruders von Peter.
Nach diesem Tag in Ruka war Peter Prevc nicht mehr der, den man von dem Winter davor kannte, die Form war weg. Mit den Plätzen 7, 22, 30, 9, 26, 33 ging der Winter weiter, Platzierungen weit von dem entfernt, was alle Experten und Prevc selber erwartet hatten
Peter Prevc gelang noch ein einziger Sieg im Weltcup, das war in Sapporo (JPN) im Februar 2017.

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Nun kämpft der ausgesprochen sympathische Mann vom SK Triglav Kranj seit zwei Wintern darum, wieder um Siege mitzuspringen. Dass er das Potenzial dazu hat, steht ausser Frage. Die Details die beim Skispringen über Sieg und Nierdelage entscheiden, die muss Prevc wieder finden.

In diesem Sommer musste sich Prevc gleich zwei Operationen am Knöchel unterziehen. Seit einigen Tagen trainiert er nun wieder. Ein Start beim Sasionauftakt in Wisla ist derzeit eher unwahrscheinlich. Wir haben uns mit Peter Prevc unterhalten.
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Berkutschi: Was war der Grund warum du den ganzen Sommer über an keinen Wettkämpfen teilnehmen konntest?
Peter Prevc: "Ich habe mir in den letzten Jahren schon öfters den linken Knöchel verstaucht, der Körper hat darauf reagiert und deshalb war mein Gelenk nicht mehr so beweglich. Zum Skispringen braucht man aber ein sehr flexibles Sprunggelenk. Das hat eine Operation in diesem Frühjahr notwendig gemacht und so konnte ich den Sommer über nicht trainieren und an keinen Wettkämpfen teilnehmen. Ein weiteres Problem war, dass ich ein paar Wochen nach dieser ersten Operation eine Infektion bekommen habe und so musste ich am 17. Juli noch ein weiteres Mal operiert werden".


Berkutschi: Glaubst du, dass dieses Problem dich auch schon im letzten Winter beeinträchtigt hat?

Peter Prevc: "Das kann ich nicht wirklich sagen. Ich glaube nicht, dass das eine Entschuldigung für meine schlechten Ergebnisse im letzten Jahr sein kann".


Berkutschi: Wie sieht deine Situation jetzt aus, kannst du trainieren und ist alles wieder in Ordnung?

Peter Prevc: "Ja, ich kann bereits wieder springen. Bis jetzt habe ich ungefähr 60 Sprünge gemacht und bin auch schon wieder auf der Großschanze gesprungen. Es war interessant nach einer so langen Pause wieder auf die Schanze zurückzukehren. Das war wirklich eine Herausforderung".

 

Berkutschi: Glaubst du, dass du bald wieder starten kannst? Wie sehen deine Pläne für die nächsten Monate aus?

Peter Prevc: "Jetzt plane ich nur so viel zu springen wie möglich, wir sind gerade auf dem Wet nach Oberstdorf. Dann werde ich sehen wo ich im Vergleich zu den anderen stehe. Ich werde nichts überstürzen. Meine Sprünge müssen besser und besser werden und wenn ich bereit bin werde ich wieder im Weltcup oder bei anderen Wettkämpfen an den Start gehen. Im Moment bin ich ziemlich sicher, dass ich den Saisonauftakt in Wisla auslassen werde".

 

Berkutschi: Deine Situation ähnelt sehr der von Severin Freund. Er hat ebenfalls gesagt, dass er erst wieder starten wird wenn er das Gefühl hat in den Top 10 oder Top 15 landen zu können.

Peter Prevc: "Ja, das ist sehr ähnlich. Natürlich ist es nicht mein Ziel mich nur für den zweiten Durchgang zu qualifizieren und in die Top 30 zu kommen. Meine Ziele sind noch immer höher".

 

 

 

 

Schafft Peter Prevc im Winter den Sprung zurück an die Spitze?

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