Heimsieg für Norwegen bei Mixed-Team Premiere

Erstellt am: 23.11.2012 19:32 / sk
1
Norwegen
983.1
2
Japan
966.0
3
Italien
899.0

Am ersten Tag der neuen Saison wurde den Skisprungfans bereits ein richtiges Highlight geboten: Der Mixed-Teamwettkampf hatte seine Premiere im Weltcup auf der Normalschanze in Lillehammer. Das neue Format, bei dem jeweils zwei Herren und zwei Damen ein Team bilden, wurde bereits im Sommer getestet und erwies sich als Erfolg bei Athleten und Zuschauern.


Wie bereits in der Qualifikation kannte der Wettergott keine Gnade mit den Skispringern. Starker Reger und Windböen sorgten erneut für schwierige Bedingungen und es war nicht einfach gute und faire Bedingungen für den Wettkampf zu schaffen, der einen ersten wichtigen Test im Hinblick auf die Weltmeisterschaften in Val di Fiemme darstellte.

 

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In einem extrem spannenden Wettkampf feierten die Norweger einen hochverdienten Erfolg. Maren Lundby, Tom Hilde, Anette Sagen und Anders Bardal zeigten ihre besten Sprünge vor heimischem Publikum und gewannen mit 983,1 Punkten und einem Vorsprung von 17,1 Zählern vor dem Team aus Japan. Der Sieg schien in Gefahr als Anette Sagen bei der Landung das Gleichgewicht verlor und ihren Sprung nicht stehen konnte. Aber Anders Bardal rettete den Tag und sicherte den ersten Platz mit einem starken zweiten Sprung. “Den ersten Wettkampf der Saison zu Hause in Norwegen zu gewinnen heisst es war ein perfekter Tag. Jeder aus unserem Team hat heute eine Leistung auf hohem Niveau geboten und so hatten wir acht gute Sprünge”, sagte Tom Hilde nach dem Wettkampf.

 

Die Japaner (Yuki Ito, Yuta Watase, Sara Takanashi und Taku Takeuchi) haben bewiesen, dass man sie in dieser Saison auf der Rechnung haben muss. Yuki Ito hatte zwar etwas schwächere Sprünge, aber alle zeigten an diesem Nachmittag eine konstante Leistung auf hohem Niveau und wurden am Ende mit 966 Punkten Zweite. Auch Sara Takanashi war mit ihren Sprüngen zufrieden. “Die Bedingungen waren heute schwierig, aber mir sind zwei gute Sprünge gelungen. Jetzt bin ich sehr glücklich und freue mich auf den Einzelwettkampf am Samstag.”

 

Sensationeller dritter Platz für Italien

 

Was für ein Tag für Italien: Das Team mit Elena Runggaldier, Andrea Morassi, Evelyn Insam und Sebastian Colloredo sicherte sich mit 899 Punkten den dritten Platz. Das Ziel der Italiener ist eine Medaille in Val di Fiemme, dieser Wettkampf war also ein perfekter Start in die Saison. Evelyn Insam zeigte mit Sprüngen auf 101,5 m und 102,5 m eine hervorragende Leistung, aber am Ende war Sebastian Colloredo der Held der Mannschaft. Trotz seines Sturzes konnte das Team den dritten Rang verteidigen. Elena Runggaldier freute sich selbstverständlich über das Resultat. “Das Ergebnis ist unglaublich. Obwohl die Bedingungen nicht gut waren, hatten wir einen guten Start in den Wettkampf. Wenn wir so weiter machen, wird die Saison toll”, sagte sie nachher zur Presse.

 

Die Deutschen (Ulrike Gräßler, Richard Freitag, Carina Vogt und Severin Freund) verpassten als Vierte das Podest. Freitag und Freund sind eindeutig in sehr guter Form, aber die beiden Damen konnten da nicht mithalten. Das amerikanische Team erreichte heute einen starken fünften Rang. Mit Sarah Hendrickson und Lindsey Van hatten die USA zwei der stärksten Damen im Feld. Hier war es für die beiden Herren Anders Johnson und Peter Frenette heute nicht einfach, auch was die Wetterbedingungen betrifft, sie zeigten aber trotzdem starke Sprünge.

 

Die tschechische Mannschaft (Vladena Pustkova, Roman Koudelka, Michaela Dolezelova und Lukas Hlava) wurde Sechster. Lukas Hlava, der am Mittag bereits die Qualifikation für das Springen am Samstag gewinnen konnte, war auch in diesem Wettkampf der Beste seines Teams. Das slowenische Team landete auf dem siebenten Rang. Maja Vtic, Matjaz Pungertar, Eva Logar und Peter Prevc waren nicht schlecht, konnten aber mit den Besten nicht mithalten. Die Schweizer (Bigna Windmüller, Gregor Deschwanden, Sabrina Windmüller und Simon Ammann) wurden Achte. Aus diesem Team waren besonders die Leistungen von Deschwanden und Ammann erwähnenswert.

 

Kofler disqualifiziert

 

Die grösste Überraschung des Tages: Die Österreicher qualifizierten sich nicht für den zweiten Durchgang. Andreas Kofler wurde auf Grund eines zu grossen Anzugs disqualifiziert. Damit schied einer der Favoriten bereits nach dem ersten Durchgang aus. Das Schicksal teilten auch die Kanadier. Matthew Rowley wurde ebenfalls disqualifiziert und so hatten die Kanadier keine Chance an die Leistungen aus dem Sommer anzuknüpfen.

 

Das französische Quartett (Julia Clair, Ronan Lamy Chappuis, Coline Mattel und Emmanuel Chedal) landete auf Platz neun. Auch wenn sie sich nicht für den Finaldurchgang qualifizieren konnten, konnten die Damen im Team mit ihrer Leistung beeindrucken. Das finnische Team hat ebenfalls schon bessere Zeiten gesehen. Die Athleten von Pekka Niemelae wurden Zehnte. Auch die Russen haben noch Raum für Verbesserungen. Anastasiya Gladysheva, Anton Kalinitschenko, Irina Avvakumova und Dimitry Vassiliev waren nicht in Bestform und auch sie waren im zweiten Durchgang nicht mehr dabei.

  

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