Beim Super-Team-Wettbewerb des Skisprung-Weltcups auf der Salpausselkä-Schanze in Lahti hat Österreich einen überzeugenden Sieg gefeiert. Das Duo Daniel Tschofenig und Jan Hörl setzte sich mit 858,6 Punkten deutlich vor Slowenien und Gastgeber Finnland durch und bestätigte damit seine derzeit starke Form im Weltcup.
ÖSV-Duo dreht den Wettkampf
Der Wettbewerb begann zunächst ausgeglichen, doch im Verlauf der drei Durchgänge steigerten sich Tschofenig und Hörl kontinuierlich. Vor allem im Finale zeigten beide starke Sprünge und bauten ihren Vorsprung aus. Am Ende lag Österreich 21,8 Punkte vor dem slowenischen Team um Domen Prevc.
Hinter Slowenien sicherte sich Finnland vor heimischem Publikum den dritten Rang. Das deutsche Duo mit Philipp Raimund und Felix Hoffmann landete knapp dahinter auf Platz vier – nur 1,2 Punkte fehlten zum Podest.
Tschofenig: „Das war heute richtig stark“
Sieger Daniel Tschofenig zeigte sich nach dem Wettkampf hochzufrieden. „Wir haben gewusst, dass wir heute gute Chancen haben. Die Sprünge haben sich super angefühlt und im Finale konnten wir noch einmal drauflegen“, erklärte der Österreicher.
Auch Teamkollege Jan Hörl lobte die gemeinsame Leistung: „Wir haben uns gegenseitig gepusht. Im Super-Team kommt es extrem auf Konstanz an, und die haben wir heute gezeigt.“
Der Sieg war für Österreich ein weiterer Erfolg in einer ohnehin starken Saison. Das Duo setzte sich im entscheidenden Moment mit stabilen Landungen und hohen Haltungsnoten ab.
Finnland jubelt vor Heimpublikum
Großen Jubel gab es auch bei den finnischen Fans in Lahti. Das Team um Antti Aalto nutzte einen Fehler der Konkurrenz im letzten Durchgang und sprang noch auf Rang drei.
Aalto sagte anschließend: „Vor diesem Publikum aufs Podest zu springen, ist etwas Besonderes. Die Atmosphäre hier in Lahti ist immer einzigartig.“
Für Finnland war es ein wichtiger Erfolg auf der traditionsreichen Salpausselkä-Schanze, wo Skispringen seit Jahrzehnten eine große Rolle spielt.
Für die Skispringer aus Finnland war es das erste Podium seit dem Überraschungssieg von Anssi Koivuranta am 4. Januar 2014 am Bergisel von Innsbruck.
Deutschland knapp am Podest vorbei
Für Deutschland verlief der Wettbewerb dagegen bitter. Philipp Raimund und Felix Hoffmann lagen lange in Schlagdistanz zu den Podestplätzen, konnten aber im Finale nicht ganz mithalten. Mit 804,1 Punkten fehlten nur 1,2 Zähler auf Rang drei – umgerechnet rund 60 Zentimeter in der Sprungweite.
Raimund analysierte selbstkritisch: „Meine Sprünge waren heute nicht ganz auf dem Niveau der letzten Tage. Da haben ein paar Meter gefehlt.“
Hoffmann sah dennoch positive Ansätze: „Wir waren wieder nah dran. Wenn wir beide zwei richtig gute Sprünge treffen, stehen wir auf dem Podium.“
Überraschungen und Rückschläge
Für Aufsehen sorgte eine Disqualifikation im Feld der Favoriten: Das japanische Team musste früh aus dem Wettbewerb ausscheiden, nachdem Ren Nikaido wegen eines zu langen Skis im Verhältnis zu seinem Gewicht disqualifiziert wurde.
Damit reduzierte sich das Feld der Podestanwärter früh, was insbesondere Finnland und der Schweiz Chancen eröffnete.
Blick nach vorn
Nach dem Wettkampf in Lahti richtet sich der Fokus der Skispringer nun auf die kommenden Weltcup-Stationen in Norwegen. Für viele Athleten stehen mit den Wettkämpfen in Oslo, Vikersund und Planica die entscheidenden Wochen der Saison bevor.
Der Super-Team-Sieg in Lahti hat jedoch gezeigt: Das österreichische Duo Tschofenig/Hörl gehört derzeit zu den stärksten Kombinationen im internationalen Skispringen – und dürfte auch in den kommenden Wettbewerben eine entscheidende Rolle spielen.