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Im Gespräch: Horst Tielmann

Erstellt am: 31.03.2020 19:44 / hn

Nach beinahe 20 Jahren hat Horst Tielmann seine Laufbahn als COC Koordinator bei der FIS beendet. Wir haben uns zum Abschied mit Tielmann unterhalten.


Horst Tielmann hat über viele Jahre den Continentalcup der Skispringer gelenkt, durch seine Planung am Schreibtisch und als Verantwortlicher der FIS vor Ort. Professionell und souverän war der 65-jährige immer unterwegs, ohne Ausnahme.
Herr Tielmann, was war ihre Aufgabe als COC-Koordinator genau?
"Ich habe die COC Wettbewerbe für den jeweilig laufenden Wettkampfkalender koordiniert.
- die Interessen des Internationalen Ski Verbandes vertreten
- die korrekte Erfüllung aller im Veranstalter-Vertrag festgelegten Punkte kontrolliert 
- die ordnungsgemäße Durchführung der Veranstaltung gemäß den Regeln und Richtlinien der FIS überwacht und an die technischen Komitees berichtet
- für die Koordination aller an der Veranstaltung beteiligten Personen und Institutionen gesorgt  
- und ggfls. Verschiebungen und Ersatzorte von Veranstaltungen nach Absagen koordiniert".

Wie war ihre offizielle Bezeichnung?
"FIS Continental Cup Koordinator Herren"

Seit wann waren Sie in dieser Funktion unterwegs?
"Offiziell seit 2005 aber teilweise schon seit 2002 in Vertretung für Sepp Gratzer, da zur dieser Zeit der COC noch zweigleisig war (an vielen Wochenenden wurde an zwei verschiedenen Austragungsorte gesprungen)". Anm. der Redaktion: Sepp Gratzer war der Vorgänger von Horst Tielmann

Wie sind Sie Koordinator geworden?
"Ich kannte meine Kollegen Walter Hofer, Sepp Gratzer und Paul Ganzenhuber (Vorsitzender des Kalender Komitees) schon aus meiner und ihrer Trainerzeit. Auch war ich schon seit 2002 Mitglied im Sprungkomitee , Ausrüstungskomitee und Kalenderkomitee der FIS. Man brauchte irgendwann einen Koordinator da Sepp Gratzer FIS Ausrüstungskontrolleur im Weltcup wurde".

Was ist, kurz gesagt, der Unterschied zwischen einem Continental- und Weltcup Skispringen?
"Die sportlichen Abläufe für die Veranstalter, Athleten, Trainer und Offizielle sind gleich. Es sind halt weniger Zuschauer vor Ort und kein Live Fernsehen. Im Continental Cup geht es im Besonderen darum die Athleten von einem mittlerweile hohen Veranstaltungsniveau zum Höchsten nämlich zum Weltcup zu bringen".

Was war ihr kuriosestes Erlebnis in den ganzen Jahren?
"Es gab immer wieder kleinere und größere Kuriositäten. Sehr speziell sind immer die Wettkämpfe in Iron Mountain (USA), da von den 15.000 Zuschauer vor Ort ein großer Teil die Wettkämpfe aus den Autos verfolgt und nicht applaudiert sondern hupt. Rund um den Auslauf wird gegrillt und gefeiert. Der Wettkampf-Samstag ist der „Holy Saterday“ und tief verankert in der Stadt.
Besonderheiten waren immer wieder auch dort, wo internationales Skispringen zum ersten Mal eine Bühne bekam.
Z.B die Betreuung und die Ausbildung von Personal in Ländern wie Korea, also Pyeongchang im langen Anlauf auf Olympia, Almaty (KAZ) im Hinblick auf die FIS Junioren WM, FIS COC`S, SGP sowie FIS Weltcups.
Russland bei der Entwicklung der Schanzen und der Wettkampfkomitees in Sotchi COC, WC, Olympia , Chaikowsky und Nizhny Tagil (COC, SGP und WC), China mit der Universiade in Yabuli und viele andere neue Veranstalter.
Auch nicht zu vergessen sind all die Inspektionen u.a neuer Projekte in den USA die leider nicht oder noch nicht realisiert wurden".


Was werden Sie vermissen?
"Im Moment vermisse ich noch wenig da ich noch in den Komitees der FIS beteiligt bin. Ich bin mit vielen Kollegen persönlich befreundet und das wird bleibend sein. In der Zukunft werde ich sicherlich die schönen Momente mit den Sportlern vor Ort vermissen".

Mit Horst Tielmann verlässt ein großer Skisprungexperte und großartiger, ein echter Typ, die internationale Bühne.
Vielen Dank und alles Gute Horst.

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