Daniel Tschofenig gewinnt auch zweiten Grand Prix in Courchevel

Erstellt am: 09.08.2026 20:20 / hn

Daniel Tschofenig hat das Grand-Prix-Wochenende in Courchevel perfekt abgeschlossen. Der Österreicher setzte sich am Sonntag in einem hochklassigen und von wechselhaften Wetterbedingungen geprägten Wettkampf vor dem Deutschen Philipp Raimund und seinem Teamkollegen Stefan Kraft durch. Naoki Nakamura belegte Rang acht und verteidigte damit das Gelbe Trikot des Gesamtführenden.

4000 Zuschauer erlebten am Sonntagabend auf der Tremplin le Praz in Courchevel den vierten Wettkampf des FIS Grand Prix 2026. Nach dem ersten Durchgang und insbesondere im Finale sorgten Regen und wechselnder Wind immer wieder für Unterbrechungen. Nach einer fast zehnminütigen Regenpause bekamen die Zuschauer schließlich ein hochklassiges Finale mit zahlreichen Spitzenweiten zu sehen. 

Tschofenig erneut nicht zu schlagen

Wie bereits am Samstag hieß der Sieger Daniel Tschofenig. Der Österreicher lag nach 125,5 Metern und 123,5 Punkten bereits nach dem ersten Durchgang in Führung. Im Finale zeigte Tschofenig dann erneut seine Klasse: 128,5 Meter brachten ihm weitere 154,8 Punkte und damit 278,3 Punkte in der Gesamtwertung.

Nur 1,2 Punkte dahinter landete Philipp Raimund. Der Deutsche bestätigte damit seine ausgezeichnete Form in Courchevel und belegte wie schon am Samstag den zweiten Platz. Raimund sammelte mit 123 Metern zunächst 123,1 Punkte. Im Finale gelang ihm mit 132 Metern einer der weitesten Sprünge des Tages. Dafür erhielt er 154,0 Punkte und kam insgesamt auf 277,1 Punkte.

Den österreichischen Erfolg komplettierte Stefan Kraft. Der Routinier lag nach starken 131,5 Metern und 122,2 Punkten zunächst auf Rang vier. Mit erneut 131,5 Metern und 150,5 Punkten im Finale verbesserte sich Kraft noch auf Rang drei. Seine Gesamtpunktzahl: 272,7 Punkte.

Starkes österreichisches Mannschaftsergebnis

Österreich präsentierte sich in Courchevel erneut in hervorragender Verfassung. Hinter Tschofenig und Kraft landete Maximilian Ortner nach Sprüngen auf 130,5 und starke 135,5 Meter auf Platz vier. Jonas Schuster arbeitete sich im Finale noch bis auf Rang sechs nach vorne, Stephan Embacher wurde Neunter und Jan Hörl belegte Platz 14. Damit schafften es fünf Österreicher unter die besten neun und alle sechs Starter in die Top 14.

Zwischen den Österreichern platzierten sich der Schweizer Gregor Deschwanden auf Rang fünf und der Norweger Marius Lindvik auf Rang sieben. Deschwanden zeigte 125,5 und 129,5 Meter, Lindvik kam auf 129,5 und 127 Meter.

Raimund führt starkes deutsches Ergebnis an

Auch das deutsche Team konnte mit seinem Auftritt zufrieden sein. Hinter dem zweitplatzierten Philipp Raimund erreichte Andreas Wellinger mit 127 und 129,5 Metern den zehnten Platz.

Alle weiteren deutschen Starter qualifizierten sich ebenfalls für den Finaldurchgang: Felix Hoffmann wurde 26., unmittelbar dahinter folgte Karl Geiger auf Platz 27, während Pius Paschke Rang 28 belegte. Hoffmann machte dabei mit 121,5 Metern im zweiten Durchgang noch vier Positionen gut, während Geiger im Finale mit 126 Metern deutlich weiter sprang als mit seinen 110,5 Metern im ersten Durchgang.

Nakamura verteidigt Gelbes Trikot

Grand-Prix-Spitzenreiter Naoki Nakamura musste sich diesmal mit Rang acht zufriedengeben. Der Japaner sprang zunächst 120 Meter und steigerte sich im Finale auf starke 134 Meter. Mit insgesamt 251,2 Punkten sicherte er sich weitere wichtige Punkte für die Gesamtwertung.

Nach vier Wettbewerben führt Nakamura den Grand Prix mit 292 Punkten weiterhin an. Auf den Plätzen zwei und drei folgen nun Daniel Tschofenig (200 Punkte) und Gregor Deschwanden mit 181 Punkten. Tschofenig rückte durch seine beiden Siege in Courchevel damit deutlich nach vorne. Nakamura hatte zuvor beide Wettkämpfe zum Grand-Prix-Auftakt in Wisła gewonnen und kam in Courchevel auf die Plätze drei und acht. Nach den ersten beiden Wettkämpfen hatte er bereits mit der maximalen Ausbeute von 200 Punkten geführt.

Weltcup-Gesamtsieger Domen Prevc war in Courchevel nicht am Start.

Der zweite Männer-Wettkampf des Wochenendes begann um 18:00 Uhr und endete aufgrund der wiederholten Unterbrechungen erst um 20:02 Uhr. Der erste Durchgang wurde bei überwiegend bewölktem Himmel ausgetragen, während für das Finale offiziell teilweise Regenschauer verzeichnet wurden.

Grand Prix geht in Rasnov weiter

Nach den beiden Auftaktstationen in Wisła und Courchevel legt der FIS Grand Prix nun eine mehrwöchige Pause ein. Weiter geht es am 19. und 20. September in Rasnov (ROU). In Rumänien stehen jeweils zwei Wettkämpfe für Frauen und Männer auf dem Programm.

Der Grand Prix 2026 umfasst insgesamt vier Stationen: Wisła (POL), Courchevel (FRA), Rasnov (ROU) und Klingenthal (GER). Das Finale findet Ende Oktober in Klingenthal statt.

Daniel Tschofenig:
Ich glaube, es war ein sehr, sehr cooler Tag, muss man sagen. Ich glaube, es war als Team her sehr stark. Es hat sich jetzt vielleicht nicht ganz abgezeichnet, eher in den Trainings. Aber ich glaube, wir haben ein sehr cooles Team, auf das wir jetzt aufbauen haben können.

Ich habe es mir jetzt nicht ganz erwartet, aber ich glaube, da waren eigentlich der ein oder andere ein bisschen stärker im Training noch als ich. Aber nichtsdestotrotz, es war knapp beieinander, hab coole Sprünge gezeigt und ja, ich bin sehr zufrieden mit so einem Sommerstart.

Das ganze Ambiente hier, sehr sommerlich, schon sehr warme, angenehme Temperaturen trotz der Höhenlage hier. Wie fühlt sich das an hier? Wie ist es hier zu springen?

Ja, es ist natürlich schon cool. Courchevel ist immer ein cooler Ort. Ich glaube, wir haben da schon einige coole Wettkämpfe gehabt. Es ist natürlich schon sehr warm. Man schwitzt sehr viel, vor allem oben am Start. Aber ich glaube, es ist trotzdem sehr cool.

Man sieht, es sind sehr viele Leute da. Es ist eine coole Stimmung. Ich glaube, das macht einfach Spaß zum Springen.

Und wie wichtig ist so ein Erfolg jetzt im Sommer? Ist das etwas, wo man sagt, okay, das gibt Selbstvertrauen für die nächsten Wochen, oder ist der Sommer für euch eher wirklich nur Vorbereitung?

Ja, ich glaube schon, dass es Selbstvertrauen gibt. Nichtsdestotrotz ist es Sommer. Ich glaube, man darf das jetzt nicht überbewerten. Es sind noch einige Monate bis zum Winter. Aber natürlich ist es immer cool, wenn man gewinnt.

Ich glaube, jeder von uns will gewinnen, egal ob Sommer oder Winter. Und deswegen nehme ich das natürlich sehr gerne mit. Aber wir wissen auch, dass noch sehr viel Arbeit vor uns liegt und dass wir uns noch weiterentwickeln müssen.

Stefan Kraft:

Es war heute wirklich ein schwieriger Wettkampf mit den Bedingungen. Es hat immer wieder geregnet und der Wind war auch nicht ganz einfach. Deshalb hat es natürlich länger gedauert.

Aber am Ende war es ein richtig cooler Wettkampf. Ich glaube, die Zuschauer haben noch einmal richtig weite Sprünge gesehen und für uns Springer war es natürlich auch lässig, wenn man bei solchen Bedingungen trotzdem gute Sprünge zeigen kann.

Mit meinem dritten Platz bin ich sehr zufrieden. Ich habe zwei gute Sprünge gemacht. Natürlich gibt es immer noch Kleinigkeiten, die man verbessern kann, aber für den Sommer ist das schon sehr ordentlich.

Daniel ist momentan sehr stark. Er hat hier wieder gezeigt, dass er auf einem sehr hohen Niveau springt. Auch als Mannschaft sind wir sehr gut unterwegs und das macht natürlich Spaß.

Der Sommer ist für uns trotzdem vor allem Vorbereitung. Wir probieren Dinge aus, arbeiten an der Technik und wollen uns Schritt für Schritt Richtung Winter verbessern.

Das Wichtigste ist, dass man gesund bleibt und kontinuierlich weiterarbeiten kann. Ergebnisse wie heute sind schön und geben Selbstvertrauen, aber unser großes Ziel liegt natürlich im Winter.

 
Ergebnis Skispringen in Courchevel FIS Grand Prix am 9.8.2026 Endergebnis
Platz Bib Name Nation Quali Weite 1 Weite 2 Gesamt
1. 56 Tschofenig, Daniel 130.0 125.5 128.5 278.3
2. 54 Raimund, Philipp 125.5 123.0 132.0 277.1
3. 41 Kraft, Stefan 112.5 131.5 131.5 272.7
4. 49 Ortner, Maximilian 123.0 130.5 135.5 261.8
5. 59 Deschwanden, Gregor 124.5 125.5 129.5 258.7
6. 44 Schuster, Jonas 123.0 129.0 131.5 254.5
7. 46 Lindvik, Marius 121.5 129.5 127.0 251.3
8. 60 Nakamura, Naoki 122.5 120.0 134.0 251.2
9. 48 Embacher, Stephan 132.0 132.5 126.5 251.1
10. 43 Wellinger, Andreas 122.0 127.0 129.5 250.3
11. 57 Vagul, Kaimar 123.0 119.5 125.5 248.3
12. 42 Oestvold, Benjamin 119.0 124.5 127.0 246.8
13. 47 Kot, Maciej 125.5 125.5 127.0 246.6
14. 34 Hoerl, Jan 128.5 125.0 122.0 243.6
15. 52 Foubert, Valentin 123.0 122.0 122.0 243.5
16. 40 Mizernykh, Ilya 116.5 125.5 124.5 243.1
17. 33 Forfang, Johann Andre 133.0 119.0 123.0 238.9
18. 32 Bickner, Kevin 121.5 130.5 123.5 237.7
19. 45 Peier, Killian 115.5 123.5 112.0 230.1
20. 50 Kesseli, Juri 118.5 120.5 113.5 227.5
21. 55 Koudelka, Roman 118.0 117.5 117.5 225.5
22. 39 Jancar, Ziga 123.0 118.0 119.5 218.3
23. 53 Oblak, Rok 122.5 115.0 113.0 216.3
24. 28 Maatta, Jarkko 105.5 119.0 125.0 211.0
25. 26 Zniszczol, Aleksander 112.0 113.0 107.0 207.4
26. 23 Hoffmann, Felix 100.0 112.5 121.5 205.3
27. 24 Geiger, Karl 106.5 110.5 126.0 202.0
28. 3 Paschke, Pius 124.0 108.5 117.0 201.8
29. 37 Nakamura, Yuto 98.5 119.0 112.5 198.4
30. 5 Cecon, Francesco 110.0 109.0 100.5 158.4
31. 30 Milesi, Enzo 103.5 114.0   87.9
32. 13 Wolny, Jakub 114.5 113.0   87.7
33. 12 Kalinichenko, Vitaliy 103.5 111.0   87.5
34. 20 Frantz, Tate 124.5 111.0   87.2
35. 17 Belshaw, Erik 114.0 111.5   86.7
36. 35 Granerud, Halvor Egner 105.5 116.0   86.2
37. 22 Imhof, Remo 108.5 108.0   82.5
38. 8 Valto, Kasperi 99.0 104.5   80.2
39. 21 Bresadola, Giovanni 122.0 106.5   77.1
40. 25 Ammann, Simon 118.5 101.5   76.5
41. 10 Trunz, Felix 106.5 100.5   72.2
42. 2 Kos, Lovro 114.0 100.0   67.6
43. 31 Joniak, Klemens 95.5 107.0   66.5
44. 9 Sato, Yukiya 110.5 98.0   64.4
45. 19 Song, Qiwu 102.0 98.5   62.4
46. 6 Waszek, Kamil 116.0 88.5   62.0
47. 14 Kapustik, Hektor 124.5 108.0   56.9
48. 29 Chervet, Jules 112.0 99.5   54.2
49. 7 Vanwieren, Tarik 100.0 88.0   50.2
50. 15 Palosaari, Vilho 109.5 90.5   38.6