Weltcup Skispringen in Lahti: Tschofenig triumphiert – starke Sprünge vor lautstarker Kulisse
Lahti – Die traditionsreiche Salpausselkä-Schanze war am Samstag erneut Schauplatz eines hochklassigen Weltcup-Wettkampfs der Skispringer. Vor über 20.000 begeisterten Zuschauern entwickelte sich auf der Großschanze (HS130) ein spannender Wettbewerb, in dem sich am Ende der Österreicher Daniel Tschofenig mit zwei starken Sprüngen den Sieg sichern konnte. Hinter ihm landeten Domen Prevc aus Slowenien und der Japaner Ryoyu Kobayashi auf dem Podest.
Schon im ersten Durchgang zeigte Tschofenig, dass er mit den Bedingungen in Lahti bestens zurechtkommt. Mit einem Sprung jenseits der 125-Meter-Marke setzte er sich früh an die Spitze des Feldes. Auch im Finale behielt der Österreicher die Nerven und bestätigte seine starke Form mit einem weiteren weiten und stilistisch sauberen Versuch.
„Heute hat einfach alles gepasst. Die Spur war schnell, ich hatte ein gutes Gefühl am Tisch und konnte den Sprung sauber durchziehen“, sagte Tschofenig nach seinem Erfolg. „Lahti ist immer etwas Besonderes. Die Atmosphäre hier motiviert zusätzlich.“
Hinter dem Sieger lieferte Domen Prevc ebenfalls eine starke Leistung ab. Der Slowene, der bereits in den vergangenen Wochen der überragende Athlet war, aber am Samstag disqualifiziert worden war, landete zweimal im Spitzenbereich. Mit Rang zwei zeigte sich Prevc zufrieden: „Ich habe zwei gute Sprünge gezeigt und bin mit meinem Niveau sehr glücklich. Daniel war heute einfach ein bisschen stärker.“
Für Ryoyu Kobayashi reichte es mit zwei soliden Versuchen zu Rang drei. Der Japaner hielt sich damit erneut im Kampf um wichtige Weltcuppunkte. „Das Podium fühlt sich gut an“, erklärte Kobayashi. „Die Bedingungen waren fair, und ich freue mich auf den Team-Wettbewerb morgen.“
Aus deutscher Sicht stand der Wettkampf unter besonderen Vorzeichen. Erst am Freitag hatte Philipp Raimund beim vorherigen Springen in Lahti seinen ersten Weltcupsieg gefeiert, nachdem Domen Prevc nachträglich disqualifiziert worden war. Auch am Samstag hoffte der Deutsche Skiverband auf eine erneute Topplatzierung.
Raimund zeigte erneut ordentliche Sprünge, konnte jedoch diesmal nicht ganz vorne eingreifen. „Die Sprünge waren okay, aber mir hat ein bisschen die letzte Aggressivität am Absprung gefehlt“, analysierte er nach dem Wettkampf. „Ich nehme trotzdem viel Positives mit.“
Auch andere deutsche Athleten sammelten wichtige Erfahrungen auf der finnischen Anlage. Besonders im ersten Durchgang zeigte sich, wie eng das Feld im Weltcup mittlerweile zusammengerückt ist: Zwischen Platz fünf und Platz fünfzehn lagen nur wenige Punkte.
Der Wettkampf selbst verlief unter stabilen Bedingungen – etwas, das in Lahti keineswegs selbstverständlich ist. Leichter Aufwind unterstützte viele Athleten, größere Unterbrechungen blieben jedoch aus. Dadurch entwickelte sich ein fairer Wettbewerb, bei dem sich die besten Springer des Tages klar durchsetzen konnten.
Für die Athleten bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Bereits am Sonntag steht in Lahti der Super-Team-Wettbewerb auf dem Programm, bei dem jeweils zwei Springer pro Nation antreten. Viele Teams sehen darin eine weitere Chance auf wichtige Weltcuppunkte.
Sieger Tschofenig blickt bereits voraus: „Wir haben ein starkes Team. Wenn wir morgen ähnlich springen wie heute, können wir wieder um ganz vorne mitkämpfen.“
Damit bleibt Lahti auch in diesem Jahr ein Höhepunkt im Weltcupkalender – mit packendem Skispringen und einer Kulisse, die den Athleten spürbar zusätzliche Energie verleiht.
Endergebnis Skispringen FIS Weltcup Lahti (FIN) am 7. März 2026
