Anna Twardosz feiert in Rasnov ihren ersten Grand-Prix-Sieg

Erstellt am: 19.09.2026 18:50 / hn

Anna Twardosz hat beim FIS Grand Prix in Rasnov den bislang größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert. Die Polin setzte sich am Samstag auf der Normalschanze deutlich vor Ringo Miyajima aus Japan und der Chinesin Dong Bing durch. Überschattet wurde der Wettkampf von einem schweren Sturz der Chinesin Qi Liu.

Twardosz mit deutlichem Vorsprung

Für Anna Twardosz ist Rasnov endgültig zu einem ganz besonderen Ort geworden. Die 25-jährige Polin, die im vergangenen Jahr auf der Schanze in Rumänien bereits zweimal den dritten Platz belegt hatte, feierte mit Sprüngen auf 96 und 90 Meter ihren ersten Sieg im FIS Grand Prix.

Mit insgesamt 256,1 Punkten gewann Twardosz souverän. Ihr Vorsprung auf die zweitplatzierte Japanerin Ringo Miyajima betrug 19,1 Punkte. Miyajima kam mit 91,5 und 88 Metern auf 237,0 Punkte. Rang drei sicherte sich Dong Bing aus China mit 92 und 89,5 Metern sowie 233,2 Punkten.

„Ich bin überglücklich, dass mir heute der Sieg gelungen ist. Ich war hier im vergangenen Jahr schon zweimal Dritte, natürlich liebe ich diese Schanze hier. Für den Wettkampf morgen haben sich meine Erwartungen nicht verändert. Ich möchte gute Sprünge zeigen und Spaß haben“, erklärte Twardosz nach ihrem Premierenerfolg.

Klinec verpasst das Podium knapp

Nur knapp hinter den Top Drei landete Ema Klinec. Die Slowenin steigerte sich nach Rang sechs im ersten Durchgang noch auf den vierten Platz. Mit zweimal 89,5 Metern und 232,5 Punkten fehlten ihr lediglich 0,7 Punkte auf Dong Bing.

Auch die Chinesin Zeng Ping präsentierte sich stark. Nach dem ersten Durchgang lag sie mit einem 92-Meter-Sprung noch auf Rang drei, musste sich am Ende aber mit 232,3 Punkten und Platz fünf begnügen. Die erst 17-jährige Slowakin Kira Maria Kapustikova komplettierte als Sechste die Top sechs.

Beste Österreicherin wurde Hannah Wiegele auf Rang sieben. Ihre Teamkolleginnen Sara Pokorny und Chiara Kreuzer belegten die Plätze acht und zwölf.

Schwieriger Tag für das deutsche Team

Für die deutschen Skispringerinnen verlief der Wettkampf dagegen enttäuschend. Juliane Seyfarth lag nach 90 Metern im ersten Durchgang noch auf dem starken siebten Platz, fiel nach lediglich 79,5 Metern im Finale jedoch auf Rang 14 zurück. Emely Torazza wurde 27.

Alvine Holz verpasste als 31. den Finaldurchgang denkbar knapp. Luisa Görlich belegte Platz 32, Kim Amy Duschek wurde 35.

Sorge um Qi Liu nach schwerem Sturz

Überschattet wurde der Wettkampf vom Sturz der Chinesin Qi Liu. Die 30-Jährige sprang im ersten Wertungsdurchgang auf 98,5 Meter und damit einen halben Meter weiter als der bestehende Grand-Prix-Schanzenrekord. Bei der Landung kam Liu jedoch zu Fall. In der offiziellen Ergebnisliste ist der Versuch entsprechend als Sturz gekennzeichnet.

Liu wurde anschließend mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus im nahe gelegenen Brasov gebracht. Nach ersten Informationen besteht der Verdacht auf eine Verletzung am rechten Knie. Eine genaue Diagnose lag zunächst noch nicht vor.

Zwei weitere Entscheidungen am Sonntag

Am Sonntag geht der FIS Grand Prix in Rasnov mit zwei weiteren Einzelwettkämpfen weiter. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern steht auf der Normalschanze jeweils eine weitere Entscheidung auf dem Programm. Für Premierensiegerin Anna Twardosz bietet sich damit bereits einen Tag nach ihrem ersten Grand-Prix-Erfolg die nächste Gelegenheit auf ein Spitzenergebnis.