Klinec feiert Comeback – Pagnier überrascht
Mit einem überzeugenden Sieg ist Ema Klinec (SLO) in den FIS Sommer Grand Prix 2026 gestartet. Beim Auftaktwettbewerb auf der Adam-Małysz-Schanze in Wisła dominierte die Slowenin den Wettkampf nach Belieben und setzte sich mit deutlichem Vorsprung gegen die Konkurrenz durch. Damit setzte die 28-Jährige gleich zum Start der Sommersaison ein Ausrufezeichen.
Für Klinec besitzt dieser Erfolg eine besondere Bedeutung. Die ehemalige Weltmeisterin hatte in der vergangenen Saison mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und konnte ihr gewohntes Leistungsniveau über weite Strecken nicht abrufen. In Wisła präsentierte sich die 28-Jährige nun in bestechender Form und ließ der Konkurrenz mit zwei starken Sprüngen keine Chance. Bereits beim Auftakt des Sommer Grand Prix setzte sie damit ein klares Ausrufezeichen für die kommenden Monate.
Hinter Klinec entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Besonders bemerkenswert war dabei Rang drei der Französin Joséphine Pagnier. Die talentierte Französin trainiert seit diesem Sommer gemeinsam mit dem norwegischen Frauen-Team – und die Zusammenarbeit scheint sich bereits auszuzahlen. Mit zwei überzeugenden Sprüngen sicherte sie sich einen Podestplatz und sorgte damit für eine der schönsten Geschichten des Tages.
Einen eher durchwachsenen Saisonauftakt erlebte das deutsche Team. Juliane Seyfarth qualifizierte sich als beste DSV-Athletin für den Finaldurchgang und sammelte als einzige Deutsche Weltcuppunkte. Die weiteren deutschen Springerinnen Anne Haeckel, Anna-Fay Scharfenberg, Alvine Holz und Julina Kreibich schieden bereits nach dem ersten Durchgang aus und verpassten den Sprung unter die besten 30. Katharina Schmid hatte nach der vergangenen Saison ihre Karriere beendet.
Auffällig war zudem das Fehlen des österreichischen Teams. Der ÖSV verzichtete komplett auf einen Start beim ersten Grand Prix des Sommers und stellte in Wisła keine einzige Athletin. Ebenfalls nicht am Start war Gesamtweltcupsiegerin Nika Prevc, wodurch sich für viele Springerinnen früh in der Saison die Chance bot, wichtige Grand-Prix-Punkte zu sammeln.
Mit dem überzeugenden Erfolg von Ema Klinec und dem starken Podestplatz von Joséphine Pagnier ist der Sommer Grand Prix 2026 vielversprechend eröffnet. Während Klinec ihre Rückkehr in die absolute Weltspitze eindrucksvoll unter Beweis stellte, deutet vieles darauf hin, dass auch Pagnier nach ihrem Wechsel ins norwegische Trainingssystem in diesem Sommer regelmäßig eine Rolle im Kampf um Spitzenplätze spielen könnte.
Das sagten die Top-3 nach dem Wettkampf:
Ema Klinec (SLO), Siegerin
„Das Wichtigste ist, gesund zu bleiben, hart zu arbeiten und niemals aufzugeben. Es war eines meiner schönsten Podestplätze hier in Wisła. Aber jedes Podium ist etwas Besonderes und jeder Wettkampf hat seinen eigenen Wert. Man muss von Tag zu Tag denken.
Ich hatte ein wirklich schwieriges Jahr. Umso glücklicher bin ich, dass ich großartige Menschen um mich habe, die mich unterstützen und immer an mich geglaubt haben.
Im vergangenen Winter ist vieles passiert. Im Dezember habe ich mich in Predazzo eine Infektion eingefangen. Danach konnte ich nicht einmal mehr richtig springen und mein Körper hat sich lange Zeit nicht vollständig erholt. Er hat einfach nicht mehr so funktioniert, wie ich es gewohnt war. Das gehört zum Leben dazu.
Als Profisportlerin strebt man natürlich immer nach den bestmöglichen Ergebnissen. Gleichzeitig muss man aber die richtige Balance finden, den Menschen in seinem Umfeld vertrauen und offen mit ihnen kommunizieren. Für den Winter werden wir möglicherweise noch einige Veränderungen vornehmen. Die neuen Regeln gefallen mir, auch wenn wir ständig kleine Anpassungen an der Ausrüstung vornehmen müssen. Langweilig wird es jedenfalls nie.“
Silje Opseth (NOR), Zweite
„Ich bin einfach dankbar, wieder zurück zu sein. Schritt für Schritt möchte ich weiter auf diesem Niveau aufbauen und konstant gute Sprünge zeigen.
Mit Blick auf den Winter und die Weltmeisterschaften freue ich mich auf das, was kommt. Ich möchte den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und hoffe auf eine erfolgreiche Wintersaison.“
Joséphine Pagnier (FRA), Dritte
„Es ist schön, wieder hier zu sein. Ich war noch nie so motiviert wie jetzt. Ich bin dem norwegischen Team unglaublich dankbar, dass es mich aufgenommen hat, mir hilft, eine bessere Athletin zu werden und seine Erfahrungen mit mir teilt. Gemeinsam mit ihnen auf dem Podium zu stehen, macht mich sehr stolz.
Mental geht es mir deutlich besser und auch mein Selbstvertrauen ist zurück. Ich möchte einfach die beste Version meiner selbst sein, jeden Sprung genießen und jeden Moment auf der Schanze auskosten – denn solche Momente sind etwas ganz Besonderes.
Mein Ziel für diesen Sommer war eigentlich nur, wieder regelmäßig Punkte zu holen, vielleicht sogar die Top 15 zu erreichen. Die vergangenen beiden Jahre waren sehr schwierig, deshalb weiß ich genau, woher ich komme. Dass ich heute auf dem Podium stehe, hätte ich nicht erwartet.
Ergebnis Skispringen FIS Grand Prix 2026 in Wisla (POL)
