Jason Colby feiert ersten Grand-Prix-Sieg – Naoki Nakamura sichert sich Gesamterfolg

Erstellt am: 20.09.2026 18:45 / hn

Jason Colby hat beim zweiten FIS-Grand-Prix-Wettkampf der Skispringer in Râșnov den ersten Sieg seiner Karriere gefeiert. Der US-Amerikaner setzte sich am Sonntag vor Paweł Wąsek aus Polen und dem Kasachen Danil Vassilyev durch. Naoki Nakamura erreichte als Siebter vorzeitig den Gesamtsieg im Grand Prix 2026.

Colby dreht den Wettkampf im Finale

Nach dem ersten Durchgang hatte zunächst Paweł Wąsek die besten Karten. Der Pole sprang auf 92 Meter und führte mit 118,5 Punkten knapp vor Yuto Nakamura (91,5 Meter/116,4 Punkte) und Jason Colby. Der US-Amerikaner lag nach 91 Metern und 116,3 Punkten lediglich 2,2 Punkte hinter dem Führenden.

Im Finale gelang Colby dann der entscheidende Angriff. Mit 93,5 Metern zeigte der 20-Jährige den weitesten Sprung des zweiten Durchgangs und kam auf insgesamt 244,9 Punkte. Wąsek konnte mit 87,5 Metern nicht mehr dagegenhalten und belegte mit 234,1 Punkten Rang zwei.

Für Colby bedeutete das nach seinem zweiten Platz am Samstag den ersten Sieg im FIS Grand Prix – und damit den perfekten Abschluss eines starken Wochenendes in Râșnov.

„Das ist ein großartiges Wochenende für mich und unser ganzes Team. Ich freue mich wahnsinnig. Wir haben im Sommer viel im Windkanal trainiert, und ich denke, meine Flugfähigkeiten haben sich dadurch deutlich verbessert. Das könnte mir auf größeren Schanzen sogar noch mehr zugutekommen als hier in Râșnov. Ich freue mich auf den Winter, setze mir aber keine Ziele, wenn es um Platzierungen geht“, erklärte Jason Colby nach seinem Erfolg.

Mit den 80 Punkten vom Samstag und den 100 Punkten für seinen Sieg am Sonntag kommt Colby nun auf 180 Zähler und liegt auf Rang sechs der Grand-Prix-Gesamtwertung.

Vassilyev erneut auf dem Podest

Auch Danil Vassilyev bestätigte seine starke Form. Der Kasache lag nach 89 Metern im ersten Durchgang noch auf Rang sechs, steigerte sich im Finale aber auf 91 Meter und schob sich mit 233,5 Punkten auf den dritten Platz. Lediglich 0,2 Punkte dahinter landete Yuto Nakamura mit 233,3 Punkten auf Rang vier.

Kristoffer Eriksen Sundal belegte mit 232,5 Punkten Platz fünf, Dawid Kubacki folgte mit 230,9 Punkten auf Rang sechs.

Naoki Nakamura macht Gesamtsieg perfekt

Naoki Nakamura konnte am Sonntag zwar nicht an seinen Sieg vom Vortag anknüpfen, hatte aber dennoch allen Grund zur Freude. Mit Sprüngen auf 89 und 88,5 Meter kam der Japaner auf 228,7 Punkte und belegte Rang sieben.

Damit steht Nakamura bereits vor dem letzten Einzelwettkampf der Grand-Prix-Saison am 24. Oktober in Klingenthal als Gesamtsieger fest. Nach sechs Wettbewerben führt er mit 428 Punkten. Danil Vassilyev folgt mit 201 Punkten auf Rang zwei, Daniel Tschofenig liegt mit 200 Punkten auf Platz drei. Beim noch ausstehenden Einzelwettkampf sind maximal 100 Punkte zu holen – Nakamuras Vorsprung ist damit nicht mehr aufzuholen.

Nakamura erklärte nach dem Wettkampf:

„Heute war ich etwas defensiv unterwegs. Außerdem war meine Position ein wenig zu weit hinten. Deshalb sind mir in beiden Durchgängen keine wirklich guten Sprünge gelungen. Insgesamt waren sie aber noch ordentlich. Der Rückenwind war heute ziemlich stark. Entscheidend ist, dass ich als Führender hierhergekommen bin und nun tatsächlich den Gesamtsieg geschafft habe. Darüber freue ich mich sehr.“

Frantz sorgt für weiteres starkes US-Ergebnis

Neben Colby überzeugte auch Tate Frantz. Der US-Amerikaner sprang im ersten Durchgang auf 93 Meter und lag damit auf Rang vier. Im Finale reichten 86 Meter zwar nicht, um diese Position zu verteidigen, mit 226,7 Punkten wurde Frantz aber noch Neunter.

Das starke Abschneiden von Colby und Frantz bescherte den USA am Sonntag 129 Punkte für die Nationenwertung – mehr als jeder anderen Mannschaft. Insgesamt liegt das US-Team mit 255 Punkten auf Rang sieben. An der Spitze führt Österreich mit 849 Punkten vor Japan (566) und Norwegen (462).

Steinberger bester Österreicher

Bester Österreicher war Simon Steinberger. Mit 90,5 und 86 Metern erreichte er 220,6 Punkte und belegte Rang 14. Janni Reisenauer verpasste als 31. den Finaldurchgang knapp.

Killian Peier sorgte auf Rang acht für das beste Schweizer Ergebnis, Francesco Cecon wurde als bester Italiener Zehnter. Deutsche Skispringer waren beim zweiten Wettkampf in Râșnov nicht am Start.

Für Jules Chervet endete der Wettkampf mit einer Disqualifikation. Beim Franzosen wurden zu lange Ski festgestellt.

Top 10 in Râșnov

  1. Jason Colby (USA) – 91,0 / 93,5 m – 244,9 Punkte
  2. Paweł Wąsek (POL) – 92,0 / 87,5 m – 234,1
  3. Danil Vassilyev (KAZ) – 89,0 / 91,0 m – 233,5
  4. Yuto Nakamura (JPN) – 91,5 / 88,5 m – 233,3
  5. Kristoffer Eriksen Sundal (NOR) – 91,0 / 90,0 m – 232,5
  6. Dawid Kubacki (POL) – 92,0 / 89,0 m – 230,9
  7. Naoki Nakamura (JPN) – 89,0 / 88,5 m – 228,7
  8. Killian Peier (SUI) – 88,0 / 87,0 m – 227,3
  9. Tate Frantz (USA) – 93,0 / 86,0 m – 226,7
  10. Francesco Cecon (ITA) – 93,0 / 89,0 m – 224,1

Mit den beiden Wettbewerben in Râșnov ist die vorletzte Station des FIS Grand Prix 2026 abgeschlossen. Das Finale findet am 24. Oktober in Klingenthal statt.