Lisa Eder kehrt zurück – Kompromiss mit ÖSV ermöglicht Zusammenarbeit mit Manuel Fettner
Die überraschende Rückkehr von Lisa Eder zum Skispringen hat auch eine Lösung für jene Frage gebracht, die im Frühjahr zum Streit zwischen der Athletin und dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) geführt hatte. Die 25-Jährige kann künftig mit ihrem Lebenspartner Manuel Fettner zusammenarbeiten. Der ehemalige Weltklasse-Skispringer wird allerdings weder offizielles Mitglied des österreichischen Trainerteams noch vom Verband bezahlt.
An ihrem 25. Geburtstag hatte Eder überraschend die Fortsetzung ihrer Karriere angekündigt und damit ihre im April getroffene Rücktrittsentscheidung revidiert. Bei einem Medientermin in Stams wurden nun weitere Details zu ihrem Comeback bekannt.
Wie die Kronen Zeitung berichtet, haben Eder und der ÖSV einen Kompromiss hinsichtlich der Rolle von Manuel Fettner gefunden. Der 41-Jährige hatte nach der vergangenen Saison seine eigene aktive Karriere beendet und soll Eder nun bei der Vorbereitung auf den Winter 2026/27 unterstützen.
„Wir haben eine Lösung gefunden, die für alle Beteiligten passt. Lisa hat jetzt die Möglichkeit, mit ihm zu trainieren und seine Ratschläge als Trainer zu nutzen“, erklärte Florian Liegl, Sportdirektor für Skispringen und Nordische Kombination, gegenüber der Kronen Zeitung.
Fettner arbeitet mit Cheftrainer Diethart zusammen
Fettner wird dabei nicht offiziell in den Trainerstab des österreichischen Nationalteams aufgenommen und erhält auch kein Gehalt vom Verband. Dennoch soll er Eder bei Trainingseinheiten begleiten, Zugang zu Videoanalysen erhalten und eng mit Thomas Diethart, dem Cheftrainer der österreichischen Frauen-Nationalmannschaft, zusammenarbeiten.
„Er wird gemeinsam mit mir arbeiten. Das Wichtigste ist, dass Lisa bestmögliche Ergebnisse erzielen kann“, erklärte Diethart.
Damit hat sich die Situation gegenüber dem Frühjahr entscheidend verändert. Gerade die Frage, in welcher Form Fettner in Eders sportliche Betreuung eingebunden werden könnte, hatte damals zu erheblichen Differenzen zwischen der Athletin und dem Verband geführt. Eder hatte deutlich gemacht, dass sie sich eine Fortsetzung ihrer Karriere ohne die Unterstützung ihres Partners kaum vorstellen könne.
„Wir konnten uns nicht einigen. Das Springen an sich macht mir Freude, aber alles darum herum nicht“, hatte Eder im Frühjahr erklärt und anschließend ihr Karriereende bekannt gegeben.
Entscheidung zur Rückkehr fiel erst vor wenigen Wochen
Nach Informationen der Kronen Zeitung beschäftigte sich Eder jedoch auch nach ihrem Rücktritt weiter mit der Möglichkeit eines Comebacks. Die endgültige Entscheidung zur Rückkehr soll erst rund zwei Wochen vor der offiziellen Bekanntgabe gefallen sein.
Das nun gefundene Modell bewertet die Salzburgerin positiv. „Ich kann mit ihm trainieren und er wird mit mir zu den Trainings fahren“, erklärte Eder beim Medientermin in Stams. Dort absolvierte sie auf der Brunnentalschanze (HS115) bereits wieder Trainingssprünge.
Auch Fettner zeigte sich mit der Lösung zufrieden und begleitete seine Partnerin bei der Trainingseinheit in Tirol. „Diese Lösung macht auf jeden Fall Sinn. Ich bin sehr zufrieden damit, sonst wäre ich nicht hier“, erklärte der ehemalige Skispringer.
Eder kommt nach ihrer bislang besten Saison zurück
Sportlich ist die Rückkehr Eders für das österreichische Frauenteam von großer Bedeutung. Die 25-Jährige hatte vor ihrem zunächst angekündigten Karriereende den erfolgreichsten Winter ihrer bisherigen Laufbahn absolviert.
Eder feierte zwei Weltcupsiege, stand im Saisonverlauf insgesamt elfmal auf dem Podium und belegte am Ende Rang vier im Gesamtweltcup.
Mit der nun gefundenen Lösung zwischen Eder, Fettner und dem ÖSV ist der Weg für ihr Comeback frei. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie schnell die Österreicherin nach ihrer Pause wieder an das Niveau ihrer bislang stärksten Saison anknüpfen kann.