Änderung der Pläne in Courchevel. Was ist mit dem Grand Prix im Jahr 2027?
Der geplante Umbau des Skisprungkomplexes in Courchevel (FRA) wird später beginnen als bislang angenommen. Nach aktuellen Informationen der französischen Zeitung „Le Dauphiné Libéré“ wurde der Start der Bauarbeiten auf September 2027 verschoben. Damit können auf der Großschanze HS132 auch im kommenden Sommer noch einmal Wettbewerbe des FIS Grand Prix ausgetragen werden.
Noch vor einem Jahr waren für den traditionsreichen Skisprungkomplex Le Praz mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2030 deutlich umfangreichere Veränderungen vorgesehen. Die ursprünglichen Pläne sahen unter anderem eine Vergrößerung der beiden Schanzen auf HS109 beziehungsweise HS149 vor.
Im August 2025 bezifferte „Le Dauphiné Libéré“ die Kosten für die geplanten Arbeiten auf rund 60 bis 70 Millionen Euro. Bereits im Dezember wurde jedoch berichtet, dass ein noch umfangreicheres Projekt mit einem Gesamtvolumen von mehr als 100 Millionen Euro sowohl aus finanziellen als auch aus zeitlichen Gründen als zu ambitioniert eingestuft und verworfen worden sei.
Inzwischen konzentrieren sich die Planungen vor allem auf die Modernisierung der bestehenden Schanzen HS96 und HS132. Auf eine grundlegende und weitreichende Umgestaltung des gesamten Komplexes soll demnach verzichtet werden.
Baubeginn nach dem Grand Prix 2027
Nach dem aktuellen Zeitplan sollen die Arbeiten im September 2027 beginnen – und damit unmittelbar nach dem für August geplanten FIS Grand Prix 2027.
Wie die Schanzen für die Olympischen Winterspiele 2030 letztlich aussehen werden, scheint allerdings noch nicht endgültig entschieden zu sein. Pierre Bailly, einer der Designer des für die Olympischen Winterspiele 1992 errichteten Komplexes, setzt sich weiterhin für eine Zwischenlösung ein. Diese sieht eine Veränderung des Profils der Großschanze und eine Vergrößerung auf etwa HS139 vor.
Gallerie: Skisprungschanze Tremplin le Praz
„Das raubt mir den Schlaf, das beschäftigt mich“, erklärte Bailly mit Blick auf die laufenden Planungen. Über die bestehenden Anlagen sagte er: „Für ihre Zeit waren sie sehr modern, aber sie beginnen schon etwas zu altern.“
Die Gespräche über die Zukunft des Skisprungkomplexes laufen weiterhin. Beteiligt sind unter anderem Courchevel, die FIS, das Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele 2030 sowie die für die olympische Infrastruktur zuständigen Stellen.
Noch ein Grand Prix auf der bisherigen Großschanze
Der verschobene Baubeginn bedeutet gleichzeitig, dass der Grand Prix 2026 noch nicht der Abschied von der Großschanze in ihrer heutigen Form war.
Wenn der aktuelle Zeitplan eingehalten wird, werden die weltbesten Skispringerinnen und Skispringer im August 2027 noch einmal auf der HS132 in Courchevel antreten. Erst anschließend soll der Umbau beginnen, mit dem der traditionsreiche Schanzenkomplex für die olympischen Skisprungwettbewerbe 2030 fit gemacht wird.