Tschofenig triumphiert in Courchevel – Raimund starker Zweiter

Erstellt am: 08.08.2026 20:16 / hn

COURCHEVEL (FRA) – Daniel Tschofenig hat den dritten Einzelwettkampf des FIS Ski Jumping Grand Prix 2026 gewonnen. Der Österreicher setzte sich am Samstagabend auf der Großschanze in Courchevel in einem hochklassigen und äußerst knappen Wettkampf vor dem Deutschen Philipp Raimund und dem bisherigen Grand-Prix-Dominator Naoki Nakamura aus Japan durch.

Bei sehr guten Bedingungen und sommerlichen Temperaturen erlebten rund 4.000 Zuschauer an der Tremplin du Praz einen spannenden Wettkampf. Tschofenig lag nach dem ersten Durchgang mit 130,0 Metern und 126,4 Punkten noch auf Rang zwei. Im Finale legte der Österreicher mit 129,5 Metern nach und erzielte 145,4 Punkte. Mit insgesamt 271,8 Punkten sicherte er sich den Sieg – lediglich 1,7 Punkte vor Raimund.

Der Deutsche zeigte einen ausgezeichneten Wettkampf. Philipp Raimund lag nach 129,0 Metern und 124,7 Punkten zunächst auf Rang fünf. Im Finale gelang ihm mit 131,0 Metern der weiteste Sprung des zweiten Durchgangs. Dafür erhielt er 145,4 Punkte und kam auf insgesamt 270,1 Punkte – Platz zwei und damit ein starkes Podiumsergebnis für das deutsche Team.

Naoki Nakamura komplettierte das Podium. Der Japaner, der beide Auftaktwettkämpfe in Wisła gewonnen hatte, erreichte 128,0 und 124,5 Meter. Mit 125,7 Punkten im ersten und 142,1 Punkten im zweiten Durchgang kam Nakamura auf insgesamt 267,8 Punkte und belegte Rang drei.

Nur acht Zehntelpunkte hinter Nakamura landete der Österreicher Maximilian Ortner auf Rang vier. Ortner hatte nach dem ersten Durchgang mit 127,1 Punkten sogar geführt, konnte diese Position im Finale aber nicht halten. Stephan Embacher sorgte als Fünfter für einen weiteren österreichischen Spitzenplatz. Marius Lindvik aus Norwegen wurde Sechster, gefolgt von Österreichs Jonas Schuster auf Rang sieben.

Raimund führt starkes deutsches Ergebnis an

Neben dem zweitplatzierten Philipp Raimund schafften drei weitere Deutsche den Finaldurchgang. Andreas Wellinger belegte mit 253,0 Punkten einen guten achten Platz. Karl Geiger wurde 25., Felix Hoffmann belegte Rang 27. Für Pius Paschke war der Wettkampf dagegen bereits nach dem ersten Durchgang beendet: Mit 107,0 Metern und 92,7 Punkten kam er auf Platz 35.

Österreich mit vier Athleten unter den besten Sieben

Das österreichische Team präsentierte sich in Courchevel in starker Form. Hinter Sieger Daniel Tschofenig belegten Maximilian Ortner Platz vier, Stephan Embacher Platz fünf und Jonas Schuster Platz sieben. Stefan Kraft kam auf Rang neun, Jan Hörl wurde 17. Damit landeten fünf Österreicher unter den besten zehn beziehungsweise sechs in den Top 20.

Weltcup-Gesamtsieger Domen Prevc war in Courchevel nicht am Start.

Für Aufmerksamkeit sorgten auch die beiden Kasachen Ilya Mizernykh und Danil Vassilyev auf den Plätzen zwölf und 13. Vassilyev arbeitete sich dabei mit einem starken zweiten Sprung auf 128,0 Meter noch vom 21. auf den 13. Rang nach vorne. Bester Franzose war Lokalmatador Valentin Foubert auf Platz elf.

Nakamura verteidigt Gelbes Trikot

Trotz seiner ersten Niederlage des Sommers bleibt Naoki Nakamura klar in Führung der Grand-Prix-Gesamtwertung. Nach seinen beiden Siegen zum Auftakt in Wisła und Platz drei in Courchevel kommt der Japaner nun auf 260 Punkte. Nakamura hatte das Auftaktwochenende in Polen mit der maximalen Ausbeute von 200 Punkten beendet.

Die offizielle Ergebnisliste dokumentiert zudem, dass Nakamura in Courchevel mit Startnummer 62 als Führender des Grand Prix antrat und durch Rang drei weitere 60 Punkte sammelte.

Die Bedingungen auf der HS132-Schanze waren sehr gut. Bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen konnte der Wettkampf ohne größere Unterbrechungen durchgeführt werden. Die offizielle Wetterstatistik weist zu Beginn des Wettkampfs 24 Grad aus; im Tagesverlauf waren in Courchevel Temperaturen von rund 26 Grad erreicht worden.

Der FIS Ski Jumping Grand Prix 2026 wird bereits am Sonntag in Courchevel fortgesetzt. Für Frauen und Männer steht jeweils ein weiterer Einzelwettkampf auf dem Programm.

Insgesamt umfasst der Grand Prix in diesem Sommer vier Stationen: Wisła (POL), Courchevel (FRA), Râșnov (ROU) und Klingenthal (GER).

Daniel Tschofenig:
„Ich glaube, es war ein sehr, sehr cooler Tag, muss man sagen. Ich glaube, wir waren als Team sehr stark. Es hat sich jetzt vielleicht in den Trainings nicht ganz so abgezeichnet. Aber ich glaube, wir haben ein sehr cooles Team, auf das wir jetzt aufbauen können.

Ich habe es nicht ganz erwartet. Ich glaube, da war der eine oder andere im Training noch ein bisschen stärker als ich. Aber nichtsdestotrotz war es knapp beieinander. Ich habe coole Sprünge gezeigt und bin sehr zufrieden mit so einem Sommerstart.“

Frage:
Das ganze Ambiente hier ist sehr sommerlich, mit sehr warmen und angenehmen Temperaturen trotz der Höhenlage. Wie fühlt sich das an? Wie ist es, hier in Courchevel zu springen?

Daniel Tschofenig:
„Ja, es ist cool. Auf der einen Seite denkt man natürlich auch schon ein bisschen in die Zukunft. Olympia wird hier irgendwo stattfinden, zwar jetzt nicht auf dieser Schanze, aber es ist schon einmal cool, hier zu sein, die ganze Atmosphäre aufzunehmen und einen positiven Eindruck von diesem Ort mitzunehmen.

Aber der Ort allgemein ist sehr, sehr cool. Ich glaube, jeder, der schon einmal in Courchevel war, weiß, dass es ein sehr lieber Ort ist. Es ist hoch gelegen, aber wir haben traumhafte Bedingungen. Man hat einen kleinen, coolen See dabei – also es gibt momentan eigentlich nichts, was uns irgendwie stört.“

Frage:
Wie geht es dir aktuell generell? Abgesehen vom Erfolg hier: Wie geht es dir körperlich? Was ist der Status quo bei Daniel Tschofenig in diesem Sommer?

Daniel Tschofenig:
„Sehr gut, muss ich sagen. Körperlich haben wir heuer gut arbeiten können. Wir sind dieses Jahr bis jetzt ohne Verletzung durchgekommen und hoffen, dass das auch so bleibt.

Wir haben sehr darauf geschaut und uns viele Gedanken darüber gemacht, warum das in den vergangenen Jahren passiert ist. Ich glaube, wir haben gute Schritte in die richtige Richtung gemacht. Deshalb bin ich sehr, sehr positiv, was den bisherigen Verlauf des Sommers betrifft.

Ich habe schon einen coolen Urlaub erlebt und jetzt, glaube ich, dürfen wir den restlichen Sommer genießen und hoffentlich weiterhin coole Sprünge zeigen.“