Naoki Nakamura gewinnt Auftakt des FIS Grand Prix in Wisła

Erstellt am: 01.08.2026 19:48 / hn

Wisła (POL), 1. August 2026 – Mit einem hochklassigen Wettkampf bei hochsommerlichen Bedingungen ist der FIS Sommer Grand Prix 2026 der Skispringer in Wisła (POL) eröffnet worden. Rund 5.000 Zuschauer erlebten an der Adam-Małysz-Schanze den ersten Einzelwettbewerb des Sommers bei Temperaturen von rund 33 Grad Celsius.

Den ersten Grand-Prix-Sieg des Sommers sicherte sich Naoki Nakamura (JPN). Der Japaner führte bereits nach dem ersten Durchgang und behauptete seine Spitzenposition mit Sprüngen auf 129,0 und 135,0 Meter. Für seine beiden Versuche erhielt er 135,3 und 136,4 Punkte, was ihm 271,7 Gesamtpunkte und einen souveränen Auftaktsieg einbrachte.

Den zweiten Platz belegte der Österreicher Marco Woergoetter. Mit Sprüngen auf 125,5 und 132,0 Meter erzielte er 128,1 und 137,9 Punkte und kam auf 266,0 Punkte. Rang drei ging an den Schweizer Gregor Deschwanden, der mit 123,5 und 129,0 Metern, 126,3 und 136,1 Punkten sowie 262,4 Gesamtpunkten einmal mehr seine Konstanz auf internationalem Niveau unter Beweis stellte.

Für das Ausrufezeichen des Tages sorgte Danil Vassiliev aus Kasachstan. Der 22-Jährige verbesserte sich mit einem starken Finalsprung auf 132,5 Meter noch auf Rang vier und verpasste das Podest nur knapp. Auch der Tscheche Roman Koudelka wusste als Fünfter zu überzeugen und bestätigte seine aufsteigende Form.

Die Gastgeber blieben hingegen hinter den Erwartungen zurück. Bester Pole wurde  Kacper Tomasiak auf Rang sieben, während Dawid Kubacki den Wettkampf als Zehnter beendete. Erstmals verantwortete der frühere deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher den Heimwettkampf in seiner neuen Rolle als Sport-Manager des polnischen Skiverbandes.

 Unter dem neuen Cheftrainer Andreas Mitter erreichte Luca Roth als einziger deutscher Springer den Finaldurchgang und belegte Platz 26.

Nicht am Start war Gesamtweltcupsieger Domen Prevc (SLO), der auf den Auftakt des Sommer Grand Prix verzichtete.

Für den unglücklichsten Moment des Tages sorgte Kristoffer Eriksen Sundal. Der Norweger hatte sich mit einem starken ersten Sprung aussichtsreich für den Finaldurchgang qualifiziert, wurde jedoch anschließend disqualifiziert. Nach Angaben des norwegischen Teams ließ sich das vorgeschriebene Sicherheitsband aufgrund eines klemmenden Verschlusses am Start nicht schließen. Die offizielle FIS-Ergebnisliste führt die Disqualifikation unter dem Reglementspunkt Safety Strap Unit (SCE C 2.3.4).

FIS-Renndirektor Sandro Pertile zeigte sich mit dem Auftaktwochenende zufrieden: „Mit dem ersten Tag des Grand Prix 2026 können wir sehr zufrieden sein. Es waren zwei tolle Wettkämpfe und wir haben gesehen, wer gut in Form ist und wer sich in den einzelnen Teams für weitere Aufgaben im Verlauf des Sommers empfehlen konnte.“

Bereits am Sonntag stehen in Wisła die nächsten Entscheidungen auf dem Programm. Am Vormittag tragen die Frauen ihren zweiten Einzelwettkampf aus, am Nachmittag folgen die Männer. Anschließend macht der FIS Sommer Grand Prix Station in Courchevel (FRA), wo am kommenden Wochenende erneut jeweils zwei Einzelwettbewerbe für Frauen und Männer stattfinden.

Das sagen die Top-3 nach dem Wettkampf:

Naoki Nakamura (JPN)

„Ich mache im Moment nicht irgendwelche außergewöhnlichen Dinge, sondern einfach die Grundlagen richtig. Auch heute war nichts Besonderes dabei – eine gute Balance, ein sauberer Absprung und eine gute Flugposition. Heute hat das hervorragend funktioniert. Manchmal klappt das allerdings nicht, weil ich vor den Sprüngen oft sehr nervös bin und meine Gefühle unter Kontrolle bringen muss. Deshalb sprechen wir oben am Start bewusst über ganz andere Themen als das Skispringen. Das hilft mir sehr und ist für mich eine gute Situation.“


Marco Woergoetter (AUT)

„Das ist einfach großartig. In den vergangenen beiden Wochen habe ich wegen meines Berufs im Gefängnis gearbeitet und komme jetzt hierher – das ist schon verrückt. Ich wusste, dass ich auf hohem Niveau springen kann, aber ich hätte nicht erwartet, gleich im ersten Wettkampf so gut abzuschneiden. Morgen werde ich wieder angreifen. Danach werden wir sehen, wie es weitergeht. Wir haben eine unglaublich starke österreichische Mannschaft, in der momentan jeder auf sehr hohem Niveau springt. Deshalb wird es spannend, wer sich am Ende durchsetzt.“


Gregor Deschwanden (SUI)

„Alles in allem war es ein wirklich guter Tag für mich. Er begann deutlich besser als das Training gestern, in dem ich mich etwas schwertat und eine kleine Krise hatte. Heute lief es von Anfang an gut. Ich konnte vielleicht meine erste – oder sogar gleich zwei – richtig schöne Telemark-Landungen dieses Sommers zeigen. Es war ein schöner Wettkampf. Naoki war heute einfach ein bisschen stärker, aber ich freue mich sehr über den Platz auf dem Podium.

Es ist immer schön, von den Zuschauern angefeuert zu werden, aber hier in Polen ist das noch einmal etwas Besonderes. Die Fans sind sehr fair und begeistern sich wirklich für das Skispringen. Wenn man gute oder sogar großartige Sprünge zeigt und dafür diese Reaktion von den Zuschauern bekommt, ist das ein tolles Gefühl. Es scheint, als würde es für mich in Wisła nach vielen Jahren, in denen es hier nicht so gut lief, langsam endlich funktionieren.“

Ergebnis Skispringen Wisla am 1. August 2026 FIS Grand Prix

Rank Bib Q Name Nat. Speed Gate Dist.1 Pts.1 Dist.2 Pts.2 Total
1 60   NAKAMURA, Naoki 91.8 22 129.0 135.3 135.0 136.4 271.7
2 23   WOERGOETTER, Marco 92.1 23 125.5 128.1 132.0 137.9 266.0
3 57   DESCHWANDEN, Gregor 92.1 22 123.5 126.3 129.0 136.1 262.4
4 37   VASSILYEV, Danil 91.8 23 121.0 117.9 132.5 136.4 254.3
5 38   KOUDELKA, Roman 92.1 23 121.0 118.5 131.5 134.3 252.8
6 30   KESSELI, Juri 92.4 23 122.5 118.3 132.0 133.7 252.0
7 53   TOMASIAK, Kacper 92.5 23 119.5 119.1 128.0 132.3 251.4
8 4   HAAGEN, Lukas 92.2 23 123.0 118.1 129.0 130.4 248.5
9 19   STEINBERGER, Simon 92.2 23 122.5 118.6 126.5 129.7 248.3
10 43   KUBACKI, Dawid 92.1 23 119.5 115.5 126.5 128.6 244.1
11 26   STROEM, Joergen Oliver 92.3 23 120.5 115.2 128.0 128.0 243.2
12 58   FOUBERT, Valentin 91.7 23 119.0 117.7 125.0 124.9 242.6
13 5   NAKAMURA, Yuto 91.8 23 116.5 113.2 129.0 128.9 242.1
14 27   PEIER, Killian 92.2 23 122.5 120.2 123.5 121.4 241.6
15 20   VAGUL, Kaimar 91.8 23 121.0 116.9 120.5 124.2 241.1
16 47   KOT, Maciej 92.3 23 119.0 115.3 125.0 124.9 240.2
17 51   LANGMO, Isak Andreas 91.8 23 120.0 116.1 121.0 123.0 239.1
18 56   ZOGRAFSKI, Vladimir 91.9 23 117.5 113.8 127.5 124.6 238.4
19 46   OBLAK, Rok 92.3 23 119.0 117.1 123.0 120.9 238.0
20 52   KYTOSAHO, Niko 92.1 23 119.0 117.1 122.0 120.3 237.4
21 24   JONIAK, Klemens 92.4 23 117.0 111.7 124.0 125.2 236.9
22 16   STEINBERGER, Jakob 92.1 23 115.0 114.9 125.5 121.9 236.8
23 6   LANDERER, Hannes 91.3 23 117.0 115.9 123.0 120.6 236.5
24 9   JELAR, Ziga 91.8 23 116.0 115.5 124.5 120.6 236.1
25 13   POELZ, Johannes 91.4 23 114.5 111.9 127.5 123.2 235.1
26 29   ROTH, Luca 92.3 23 116.0 112.8 127.0 121.3 234.1
27 44   WASEK, Pawel 92.2 23 117.0 111.7 124.5 122.2 233.9
28 45   MIZERNYKH, Ilya 92.3 23 116.0 112.8 125.5 121.0 233.8
29 55   NAITO, Tomofumi 91.4 23 119.5 116.8 114.0 110.5 227.3
DSQ 59   SUNDAL, Kristoffer Eriksen 91.6 23 122.0 120.3