Weltcupauftakt in Wisla (POL): Ausverkauft und Schneesicher

Erstellt am: 18.10.2017 17:42 / sk Skispringen wisla 2017

Bereits Mitte November (17.11. Qualifikation,18.11. Teamspringen und am 19.11 das Einzelspringen) beginnt der FIS Weltcup der Skispringer in diesem Jahr. Allerdings nicht im hohen Norden, wohin die Skispringer normalerweise zu dieser Jahreszeit reisen müssen um zu springen, sondern in Wisla (POL).


Dabei liegt das 11.000 Einwohner zählende Städtchen Wisla ungefähr auf dem 50. Breitengrad, das ist in etwa die geografische Breite von Prag und Frankfurt am Main. Und Wisla liegt nicht im Gebirge sondern auf einer Meereshöhe von ca. 430 Metern. Dennoch melden die Veranstalter bereits jetzt: Schnee auf der HS 134 Adam Malysz Schanze? Kein Problem, das garantieren wir zum Saisonauftakt Mitte November. 

 

Weltcupkalender 2017/18

Video: Die Adam Malysz Schanze von Wisla in wundervollen Herbstfarben

Fragen und Antworten zu „SUPERSNOW“ in Wisla

 

Schneeproduktion bei + 30°C
Möglich macht diese Planungssicherheit die innovative Firma Supersnow. Die Firma aus Polen produziert Schnee, auch wenn die Temperaturen mit Winter eigentlich nichts zu tun haben. Knapp 20°C betrug in der vergangenen Woche die Temperatur in Wisla, dennoch wurde an der Schanze mit der Schneeproduktion begonnen. „Die Produktion des technischen Schnees ist bei Aussentemperaturen von bis zu +30°C möglich“, erklärt Rafal Topolski, CEO der Firma Supersnow im Gespräch mit Berkutschi.com.

 

1 Kubikmeter Wasser für 1,5 Kubikmeter Schnee
Die beiden Container in denen die Produktion erfolgt sind dabei nur durch zwei Gartenschläuche, in denen das erforderliche Wasser hineingeleitet wird, und ein Rohr durch das der fertige Schnee hinausgeblasen wird, zu erkennen. „Es werden zum Belegen dieser Schanze hier in Wisla ca. 1.600 Kubikmeter Schnee benötigt. Damit wird die erforderliche Schneedecke von ca. 30 Zentimetern erreicht. Diese Menge entspricht ungefähr 70 großen LKW Ladungen. Wir produzieren ca. 150 Kubikmeter am Tag (24 Stunden), benötigen also 11 Tage um den benötigten Schnee zu produzieren. Allerdings produzieren wir normalerweise ca. 30% mehr Schnee als erforderlich um auf der sicheren Seite zu sein. Eingesetzt wird ausschließlich sauberes und kaltes Wasser, Chemikalien oder andere Zusätze werden nicht verwendet. Aus einem Kubikmeter Wasser produzieren wir ca. 1,5 Kubikmeter Schnee.

Der Schnee den wir mit dieser Technologie herstellen ist deutlich schwerer als normaler Schnee, und auch schwerer als der Schnee der mit Schneekanonen hergestellt wird. Dieser Schnee ist deshalb auch deutlich widerstandsfähiger bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Wir können deshalb auch garantieren, dass die Schanze in Wisla zum Weltcup-Auftakt sprungbereit sein wird, im Idealfall sogar bereits früher zum Training“, so Rafal Topolski.

 

Schneemenge beinhahe grenzenlos 
Bis zum 01. November will man die erforderliche Schneemenge produziert haben, die zum Belegen der Schanze in Wisla nötig ist. Produziert wird der "technische Schnee“, so der Fachausdruck, rund um die Uhr. Ca 1.000 Kubikmeter waren es in der ersten Woche - alles nach Plan also. Die Menge des Schnees die produziert wird lässt sich einfach über die Kapazität der Anlage vor Ort regulieren.

Der fertige Schnee rieselt direkt in den Auslauf der Adam Malysz Schanze von Wisla. Das so stetig wachsende Schneedepot ist mit einer Art Thermomatten eingepackt, damit die derzeit hohen Temperaturen nicht einen Teil des Schnees direkt wieder schmelzen lassen. Am Ende steht dann das Belegen (das Verteilen des Schnees über den Aufsprunghang und Auslauf) der Schanze und los gehen kann es mit dem Saisonautakt der Skispringer in Mitteleuropa Mitte November.

Neue Eis-Anlaufspur installiert
Zusätzlich haben die Veranstalter in Wisla in diesem Monat die Installation einer neuen Eis-Anlaufspur abgeschlossen. Was die Schanze angeht erwarten die besten Skispringer der Welt also Top-Bedingungen zum Saisonauftakt 2017/2018.
Mitspielen muss dann Mitte November nur noch der Wind, der bleibt trotz aller Planungen die Unbekannte an jedem Ort des Skisprung-Weltcups.

Auftakt restlos ausverkauft
Karten gibt es für den Weltcup-Auftakt 2017/2018 übrigens keine mehr - restlos ausverkauft melden die Veranstalter bereits vier Wochen bevor es losgeht.


* Supersnow ist eine polnische Firma mit ca. 200 Mitarbeitern. Der Stammsitz von Supersnow befindet sich in der Nähe von Zakopane (POL), das Kerngeschäft ist die Herstellung von Schneekanonen. 2017 wurde eine Filiale in Österreich eröffnet, dort sind ca. 20 Mitarbeiter beschäftigt.