Chika Yoshida: "Die Damen haben sich das Interesse erarbeitet und verdient"

Erstellt am: 30.05.2017 14:56 / sk Yoshida innsbruck 17

Im Rahmen der FIS Kalenderkonferenz in Portoroz (SLO) wurden nicht nur die Wettkampf-Kalender der Skispringer für den kommenden Sommer und Winter beschlossen, es ging auch um Details die besonders für das Skispringen der Damen wichtige Impulse bedeuten. Für die Skispringerinnen wird es im kommenden Winter zum ersten Mal Team-Wettkämpfe im Weltcup geben. Ausserdem kommen die Damen langsam ihrem großen Ziel näher, mehr Weltcupspringen auf Großschanzen zu bestreiten.


Wir haben uns mit Chika Yoshida, der FIS Renndirektorin der Skisprung-Damen über die Entscheidungen unterhalten.

 

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Berkutschi: Frau Yoshida, wie haben Sie die Sitzung des FIS Skisprung-Komitees am vergangenen Wochenende in Portoroz (SLO) erlebt?

Chika Yoshida: Zunächst einmal darf ich sagen, dass mich die Qualität der Diskussionen die in Portoroz bezüglich der Neuerungen geführt wurden, beeindruckt hat. Es gab, beispielsweise was den zusätzlichen Wettkampf von der Großschanze in Lillehammer angeht, auch einige begründete Einwände. Es ist nicht unproblematisch das Starterfeld bereits im dritten Springen des Winters auf 30 Athletinnen zu reduzieren, beispielsweise geht es noch um Startplätze für die Olympischen Spiele in Pyeongchang. Auch gab es bis zum vergangenen Wochenende die klare Aussage, dass Springen für die Damen auf der Großschanze eine Ausnahme sein müssen. Bisher war die Großschanze nur für das Finale in Oslo vorgesehen, aber es gab ja dann bereits im vergangenen Winter eine Ausnahme, wenn auch aus technischen Gründen, in Oberstdorf.

Solche Dinge wurden bei der Sitzung angesprochen. Nach einer intensiven und beeindruckenden Diskussion kam es dann zu der Abstimmung, bei der die Mehrheit der Komitee-Mitglieder für das zusätzliche Springen in Lillehammer von der Großschanze gestimmt hat.

 

Berkutschi: Sarah Hendrickson hatte einen tollen Auftritt in der Sitzung.

Yoshida: Ja, das war großartig wie Sarah das gemacht hat. Sie hat sich mehrmals zu Wort gemeldet und was sie gesagt hat und wie sie es gesagt hat, hat die Komitee-Mitglieder spürbar beeindruckt. So stellt man sich das Auftreten der Athletenvertreter in einer Komiteesitzung vor. Das Ganze war geprägt von gegenseitigem Respekt.

 

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Berkutschi: …auch mit dem Ergebnis, dass es im kommenden Winter zum ersten Mal zwei Damen-Teamspringen im Weltcup-Kalender (Hinterzarten und Zao) geben wird.

Yoshida: Ja. Das ist ein wichtiger Schritt um mehr Damen an die Weltspitze heranführen zu können. Mit dieser Entscheidung sind auch die nationalen Verbände gefordert mehr Damen zu fördern. Ich rechne damit, dass wir im kommenden Winter jeweils 9 oder 10 Mannschaften am Start haben werden, das wird dann die Gelegenheit für einige Athletinnen im Weltcup zu starten, die bisher nur im Continentalcup am Start waren.

 

Berkutschi: In Portoroz wurden auch die TV Quoten vorgestellt, diese waren im vergangenen Winter für das Damen-Skispringen sehr erfreulich, das Interesse nimmt weiter zu.

Yoshida: Die TV Quoten waren wirklich gut, das Skispringen der Damen wird langsam aber sicher populärer. Ich denke es ist auch eine Art Anerkennung der Zuschauer an den TV Geräten, weil sich die Qualität und die Leistungsdichte in den vergangenen Jahren doch enorm verbessert bzw. vergrössert hat. Die Damen haben sich das Interesse mit ihrer Leistung erarbeitet und auch verdient.